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Missbrauchsfälle in Kita: Träger will mit Familien reden | BR24

© BR-Mainfranken/Farsin Behnam

Martin-Luther-Kirche in Würzburg

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    Missbrauchsfälle in Kita: Träger will mit Familien reden

    Nach den Missbrauchsfällen in einer integrativen Kindertagesstätte in Würzburg will die evangelische Kirche nun mit den Opfer-Familien sprechen. Die Kirche ist Träger der Kita, in der behinderte Kinder von einem Logopäden sexuell missbraucht wurden.

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    Der Würzburger Dekan Wenrich Slenczka sagte am Montag, man wolle mit den Betroffenen das Gespräch suchen, Hilfen anbieten und dann individuelle Lösungen finden. Im Gespräch wolle man erfahren, welche Hilfen - etwa Seelsorge, Therapien oder im materiellen Bereich - nötig seien. Die Bedürfnisse der Betroffenen stünden im Vordergrund, betonte Slenczka. Das geschehe in enger Abstimmung und Unterstützung durch die Landeskirche.

    Kirche sucht Wege der Kontaktaufnahme

    Im März 2019 war ein in der Kita tätiger Logopäde festgenommen worden. Der Mann wurde verurteilt, das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Der Dekan sagte, die Kirche habe mit diesem Schritt deshalb so lange gewartet, weil ihr hierzu von den Ermittlern geraten wurde. Mit den betroffenen Familien in Kontakt zu kommen, sei gar nicht so leicht. "Eine Mutter hat selbst Kontakt zu uns aufgenommen - und wir haben gute Gespräche geführt", so Slenczka. Man suche noch Wege, wie man trotz der gebotenen Anonymität an weitere Betroffene herantreten könne. Die Kirche wolle "Mittragen an dem Leid", das den Menschen angetan wurde.

    64-facher schwerer sexueller Missbrauch von Kindern

    "Die juristische Unschuld des Trägers und des Kita-Personals bedeutet eben nicht, dass wir keine Verantwortung übernehmen wollen", sagte der evangelische Dekan, der erst seit Mai im Amt ist. Aus diesem Grund wolle man auch Träger der integrativen Kita bleiben. Der 38-jährige Logopäde war Ende Mai vom Landgericht Würzburg wegen 64-fachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Die Richter verhängten zudem ein lebenslanges Berufsverbot. Gegen das Urteil hat die Verteidigung Revision eingelegt.

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