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Straßenbahn in Würzburg
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Barbara Markus
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Straßenbahn in Würzburg

Überraschung am Donnerstag: Der Hauptausschuss des Würzburger Stadtrats hat nun doch mit knapper Mehrheit einen kostenlosen Nahverkehr an den letzten beiden Adventswochenenden befürwortet. Der Ausschuss wendet sich damit gegen die Haltung der Rathausverwaltung. Das letzte Wort hat jedoch der Würzburger Stadtrat am 13. Dezember - und dann wird es knapp: Es blieben nur noch die Wochenenden vom 15./16. und 22./23. Dezember.

Stadtverwaltung: "kein eindeutiger Umweltnutzen"

Die Stadtverwaltung hat mehrere Argumente für ihre ablehnende Haltung. Zum einen lasse sich nach einem Pilotversuch mit kostenlosem Nahverkehr zum Stadtfest Mitte September "kein eindeutiger Umweltnutzen" erkennen. Zwar seien Busse und Bahnen stark ausgelastet worden, aber so sei es auch bei den Parkhäusern und Stellplätzen gewesen. Außerdem hätten sich Kunden mit Monatskarten beschwert, dass nun Leistungen verschenkt werden, für die sie bezahlt hätten.

Kostenloses Adventsangebot im ÖPNV kostet Geld - zu viel?

Zum anderen heißt es, dass bei einem kostenlosen ÖPNV-Angebot für die beiden letzten Adventswochenenden bis zu 150.000 Euro in der Kasse der städtischen Verkehrsbetriebe WSB fehlen würden. Dieses Defizit könne nicht über Mehrerlöse bei Gas und Strom gegenfinanziert werden, so die Rathausverwaltung. Das Defizit müsste deshalb direkt aus dem städtischen Haushalt ausgeglichen werden.

Kritik an Verwaltung: zu lange Bearbeitungszeit des ÖPNV-Antrags

Vor diesem Hintergrund schlägt die Stadtverwaltung vor, Anfang 2019 bei einem Workshop mit den WSB-Verantwortlichen mögliche Tarifoptionen zu beleuchten, die zu einer besseren Auslastung des ÖPNV beitragen können. Doch so lange wollen einige Stadträte nicht abwarten. Sie äußerten außerdem Unmut, dass die Verwaltung sich für eine Antwort auf den Ende Oktober gestellten Antrag auf kostenlosen ÖPNV so lange Zeit gelassen hat, dass jetzt allenfalls noch zwei Adventswochenende in Frage kommen.