Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Würzburg: Geschäftsführer von CBD-Shop kritisiert Polizeieinsatz | BR24

© BR Fernsehen

Der "Cannameleon"-Laden im Würzburger Stadtteil Grombühl

Per Mail sharen
Teilen

    Würzburg: Geschäftsführer von CBD-Shop kritisiert Polizeieinsatz

    Nach dem Polizeieinsatz in CBD-Shops in Würzburg und Schweinfurt wirft der Geschäftsführer der betroffenen Läden in Würzburg Polizei und Staatsanwaltschaft Willkür bei den Durchsuchungen von Läden und Wohnungen vor. Die Razzia fand am Dienstag statt.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Am Dienstag (05.11.19) hat es einen Polizeieinsatz in CBD-Shops in Würzburg und Schweinfurt gegeben. Nun meldet sich der Betreiber zweier dieser so genannten "Cannabis-Läden" zu Wort. Lukas Schwarz, der Geschäftsführer der "Cannameleon GmbH" mit zwei Filialen in Würzburg, wirft Polizei und Staatsanwaltschaft "reine Willkür" bei den Durchsuchungen von Läden und Wohnungen vor.

    Schwarz wirft Polizei unnötige Härte vor

    Zur Durchsuchung bei ihm zuhause erklärt Schwarz, dass er bei dem Versuch den Einsatz mit dem Handy zu filmen, sofort von einem Beamten zu Boden gebracht und fixiert worden sei, vor den Augen seiner beiden kleinen Kinder. In Handschellen sei er dann zu einem seiner Läden gebracht worden. Bei einer Mitarbeiterin, die noch geschlafen habe, hätten die Beamten mit einem Rammbock die Wohnungstür aufgebrochen. Auf Facebook nahm Schwarz zur Durchruchungsaktion von Polizei und Staatsanwaltschaft Stellung.

    Staatsanwaltschaft: Läden hätten Produkte mit hohem THC-Gehalt angeboten

    Grund für den Polizeieinsatz war laut Staatsanwaltschaft Würzburg der Verdacht, dass in den Läden Tees verkauft worden sein sollen, deren Gehalt an THC – einem Wirkstoff in Cannabis – die erlaubten Grenzwerte überschritten habe. In "CBD-Shops" dürfen nur THC-freie Produkte mit dem Wirkstoff Cannabidiol (CBD) verkauft werden. "Entgegen den Werbeaussagen zu den in den betroffenen Läden verkauften Teesorten, handelt es sich nicht um 'legales Cannabis', sondern um THC-haltige Produkte, für deren Verkauf es einer – vorliegend fehlenden – Erlaubnis nach dem Betäubungsmittelgesetz bedurft hätte", schreibt die Staatsanwaltschaft Würzburg.

    Geschäftsführer widerspricht Darstellung der Ermittler

    Gegen diese Feststellung wehrt sich Schwarz jedoch. Man weise die Vorwürfe entschieden zurück. Man vertreibe reine Nutzhanf-Produkte. "Alle unsere Produkte liegen in den geforderten Grenzwerten. Wir halten uns an alle gesetzlichen Vorgaben", so Schwarz in einem Statement. Gleichzeitig weist der "Cannameleon"-Geschäftsführer auf die Folgen des Polizeieinsatzes für sein Gewerbe hin.

    Schwarz spricht von existenzgefährender Aktion

    Es sei "hoher wirtschaftlicher Schaden im fünfstelligen Bereich" entstanden. Man werden "alle Mittel in Bewegung setzen", um ein Zeichen "gegen diese Repressalien, gegen die Willkürlichkeit" zu setzen. Es sei in Kauf genommen worden, dass Existenzen zerstört werden, dass Läden schließen müssen. Und das lasse man sich nicht gefallen, so Schwarz.