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Würzburg erinnert an Ermordung von Sinti und Roma | BR24

© Ansgar Nöth/BR-Mainfranken

Würzburgs Oberbürgermeister hat an die Ermordung von Sinti und Roma während der NS-Diktatur erinnert. An dem Festakt nahmen Erich Schneeberger, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma in Bayern, und Zeitzeugin Gisela Schröder teil.

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Würzburg erinnert an Ermordung von Sinti und Roma

Würzburgs Oberbürgermeister hat an die Ermordung von Sinti und Roma während der NS-Diktatur erinnert. An dem Festakt nahmen Erich Schneeberger, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma in Bayern, und Zeitzeugin Gisela Schröder teil.

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Zum Gedenken an den Genozid von Sinti und Roma während der NS-Diktatur hat Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Freitag (02.08.19) am Mahnmal am Paradeplatz einen Kranz niedergelegt. Bei dem Festakt waren Erich Schneeberger, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma in Bayern, und die Zeitzeugin Gisela Schröder anwesend. "Das Mahnmal soll vor allem an die Zukunft gerichtet sein, weil es immer weniger Zeitzeugen gibt, und daran gedenken, dass sich diese Taten nicht mehr wiederholen", appellierte Schuchardt.

Porajmos – Völkermord an den europäischen Sinti und Roma

Der Verband Deutscher Sinti und Roma erinnert am 2. August an die Ermordung von rund 4.300 Häftlingen in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau. Jene Nacht steht seitdem symbolisch für den "Porajmos", bei dem insgesamt etwa eine halbe Million Sinti dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer fielen. Dem Verband Deutscher Sinti und Roma sind 30 Sinti und Roma aus Würzburg bekannt, die ermordet wurden. "Es ist nicht leicht die genaue Anzahl festzustellen, da viele Sinti und Roma gar nicht registriert worden sind", sagte Erich Schneeberger. Vier Sinti und Roma aus Würzburg haben die Zeit im Konzentrationslager überlebt.

Zeitzeugin berichtet von Ereignissen im August 1944

"Ich war zwölf Jahre alt, als ich in jener Nacht von Ausschwitz nach Ravensbrück verschleppt wurde", sagte Gisela Schröder, Porajmos-Überlebende. Ihre vier Brüder blieben in Ausschwitz zurück. Rund 3.000 als "noch arbeitsfähige" Häftlinge wurden am 2. August in andere Konzentrationslager im Reichsgebiet verschleppt: nach Buchenwald, Mauthausen, Ravensbrück, Sachsenhausen und Dachau. Zurück in Auschwitz blieben Mütter mit ihren Kindern und alte Menschen, die die SS in die Gaskammern brachte. Anschließend wurden die Leichen in einer Grube verbrannt.

© BR

Wie in Würzburg ist heute in ganz Deutschland an die von den Nazis ermordeten Sinti und Roma erinnert worden. Oberbürgermeister Schuchardt legte am Mahnmal am Paradeplatz einen Kranz nieder.