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Würzburg bereitet sich auf Anstieg der Corona-Infizierten vor | BR24

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Stadt und Landkreis Würzburg bereiten sich intensiv auf ein Ansteigen der Corona-Fallzahlen vor. Bei Bedarf könnte das Uniklinikum seine Intensivbetten verdoppeln. Corona-Tests sollen bald vom Auto aus möglich sein.

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Würzburg bereitet sich auf Anstieg der Corona-Infizierten vor

Stadt und Landkreis Würzburg bereiten sich intensiv auf ein Ansteigen der Corona-Fallzahlen vor. Bei Bedarf könnte das Uniklinikum seine Intensivbetten verdoppeln. Corona-Tests sollen bald vom Auto aus möglich sein.

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In zwei bis drei Wochen könnte die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Unterfranken noch einmal ansteigen. Das befürchtet die Führungsgruppe Katastrophenschutz in Würzburg und bereitet sich entsprechend darauf vor. Das Uniklinikum könnte seine 80 Betten auf der Intensivstation bei Bedarf verdoppeln, sagte Professor Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Krankenhauses, bei einer Pressekonferenz in Würzburg. Von den 6.500 Mitarbeitern des Krankenhauses seien bislang nur neun positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das spreche für die gut funktionierenden Hygienemaßnahmen. Es sei allerdings schwierig, neues Material wie Schutzmasken oder Desinfektionsmittel zu bekommen, so Ertl.

Bald in Würzburg: Coronavirus-Tests vom Auto aus

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz organisiert jetzt gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern und dem Gesundheitsamt des Landkreises den Aufbau zweier Teststrecken im Würzburger Stadtteil Zellerau. Ab Mitte der Woche sollen Bürger in einer Art "Drive Through" vom Auto aus auf das Coronavirus getestet werden. Das sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) bei der Pressekonferenz.

Coronakirse: Alles aktuelle aus Unterfranken finden Sie hier.

Hilfskrankenhäuser in Unterfranken geplant

In ganz Bayern sollen Hilfskrankenhäuser eingerichtet werden, um Corona-Patienten behandeln zu können. Auch Unterfranken bereitet sich auf die Einrichtung solcher Krankenhäuser vor. Aufschiebbare Operationen am Uniklinikum wurden zwar verschoben – dadurch wurden rund 500 Betten frei. Doch die Führungsgruppe rechnet mit weit mehr Patienten, die sich in den kommenden Wochen mit dem Coronavirus infizieren und auf medizinische Versorgung angewiesen sind.

454 Menschen im Raum Würzburg positiv auf Coronavirus getestet

Nicht viel Neues gab es von Johann Löw, dem Leiter des Würzburger Gesundheitsamts: Die Zahl der positiv auf das Coronavirus Getesteten in Stadt und Landkreis Würzburg sei auf 454 gestiegen, also 10 mehr. 1.948 Personen sind in häusliche Quarantäne gestellt; 520 konnten wieder entlassen werden.

Derzeit würden 14 Patienten, die positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet seien, in dem Haus beatmet. Im Klinikum Mitte (Juliusspital) lägen weitere vier Menschen mit der Lungenkrankheit Covid-19, die beatmet werden müssten. Zum Vergleich: Vor einer Woche seien es in beiden Kliniken je nur zwei gewesen, die nicht selbstständig atmen konnten, sagte Ertl.

Nach 13 Todesfällen in einem Seniorenheim: Bewohner isoliert

Bei der Pressekonferenz gab Uwe Kinstle Einblicke in die Isolationsaktion am Samstag im Seniorenheim St. Nikolaus in Würzburg. Er war der Einsatzleiter und hat 150 Einsatzkräfte koordiniert. 49 Bewohner der Einrichtung seien verlegt worden und es sei eine "Mammutaufgabe" gewesen, so Kinstle. Die Aktion habe von morgens 6.00 Uhr bis nachts um 2.00 Uhr gedauert.

Von den zu verlegenden Bewohnern war knapp die Hälfte (20) positiv auf das Coronavirus getestet. Die Einsatzkräfte arbeiteten eng mit Desinfektoren zusammen und waren die ganze Zeit in Schutzausrüstung gekleidet. In dem Heim sind inzwischen 13 Bewohner an den Folgen der Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Weiterer Todesfall in einem Seniorenheim der AWO in Würzburg

Nun ist erstmals eine Person im Raum Würzburg außerhalb des Nikolausheims an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben: Im Hans-Sponsel-Haus, einem Seniorenheim der AWO Unterfranken. Inwieweit das Vorgehen, die Isolierung der Infizierten innerhalb des Nikolausheims, nun ein Vorbild für das Hans-Sponsel-Haus sein kann, wird sich erst noch zeigen. Denn aktuell laufen noch die Coronatests der Bewohner und Mitarbeiter. Zunächst wurde der betroffene Neubau vom Altbau getrennt, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern.