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Würzburg hat ersten "Klimabürgermeister" Bayerns | BR24

© Carolin Hasenauer/BR-Mainfranken

Oberbürgermeister Christian Schuchardt (Mitte) mit seinen neuen und seinen scheidenden Stellvertretern.

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Würzburg hat ersten "Klimabürgermeister" Bayerns

In Würzburg gibt es neben dem Oberbürgermeister künftig zwei hauptamtliche Bürgermeister. Einer davon ist sogenannter "Klimabürgermeister" – ein Novum in Bayern –, der andere ist zuständig für Schulen und Sport. Der Stadtrat stimmte der Änderung zu.

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Neben dem Oberbürgermeister gibt es in Würzburg künftig auch zwei hauptamtliche Bürgermeister. Die Stadträte stimmten dieser Änderung zu und vergaben die Ämter an Martin Heilig (Grüne) und Judith Jörg (CSU). Einer von beiden soll "Klimabürgermeister" werden. Der Abstimmung ging ein Antrag der CSU- und Grünen-Stadtratsfraktion voraus, die gefordert hatten, die beiden Posten des zweiten und dritten Bürgermeisters beziehungsweise Bürgermeisterin, also die Stellvertreter des Oberbürgermeisters, zu Hauptämtern zu machen. 38 Stadträte sprachen sich dafür aus.

Martin Heilig wurde mit 30 Stimmen zum zweiten Bürgermeister gewählt. Es gab keine Gegenkandidaten. 31 Stimmen entfielen auf Judith Jörg (CSU), die künftig die zweite Stellvertreterin des Oberbürgermeisters sein wird. Grüne und CSU halten mit 30 Sitzen die absolute Mehrheit im Würzburger Stadtrat. Die Fraktionen hatten im Voraus ihre Kandidaten vorgeschlagen. Heilig soll als sogenannter "Klimabürgermeister" das Umweltreferat zugeteilt werden, Jörg das Schul- und Sportreferat.

© Wolfgang Siebenbürger/BR-Mainfranken

Martin Heilig ist neuer zweiter Bürgermeister von Würzburg. Zugleich ist er "Klimabürgermeister" - der erste im Freistaat. Was das genau ist, erklärt er im Interview.

Applaus für neue und scheidende Bürgermeister

Den neugewählten und den scheidenden Bürgermeistern, Marion Schäfer-Blake und Adolf Bauer, wurde mit Standing Ovations vom gesamten Stadtrat applaudiert. Bauer und Schäfer-Blake dankte Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) in einer persönlichen Ansprache: "Ich habe mich immer auf euch verlassen können."

Zuständigkeitsbereiche der hauptamtlichen Bürgermeister müssen festgelegt werden

Jetzt steht der Stadtverwaltung bevor, über die Ausgestaltung der beiden künftig hauptamtlichen Posten der Bürgermeister zu beraten. Dazu wird sie in den kommenden zwei Monaten ein Konzept ausarbeiten, welches die Ausgestaltung der beiden Bürgermeisterposten und deren zugeteilten Referate näher definiert, und dann dem Stadtrat zur Abstimmung vorlegen. Den Antrag dazu stellte Josef Hofmann von den Freien Wählern. Offene Fragen, die in der heutigen Sitzung aus verschiedenen Fraktionen gestellt wurden, sind in dem Konzept zu klären, etwa wie die Referentenstellen finanziert werden sollen, während aufgrund der Corona-Krise noch nicht absehbar ist, welche Ausgaben im laufenden Jahr noch auf die Stadt zukommen.

Entscheidung ging kontroverse Diskussion voraus

Bevor die Entscheidung getroffen wurde, diskutierten die Stadträte kontrovers über den Antrag des Grünen- CSU-Bündnisses. Laut Matthias Pilz (Grüne) seien Bildung und Umwelt eine herausragende Bedeutung, die durch die Personalunion von Stadtratsmandat und Verwaltungsmitglied noch besser bearbeitet werden können. Wolfgang Roth, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion, erklärte, dass die Idee von den Grünen gekommen sei, man sich aber schnell überzeugen lies und das Konzept gemeinsam weiterentwickelt habe. "Stadtrat und Verwaltung können so besser zusammenrücken", argumentierte er.

Gegen die hauptamtlichen Bürgermeister sprachen sich etwa Alexander Kolbow (SPD) und Sebastian Roth (Die Linke) aus. Roth kritisierte, dass es üblich sei, die Referatsposten mit Fachpersonen zu besetzen und verwies zudem auf die anfallenden Kosten. Ursprünglich sei zwar, so Kolbow, vom alten Stadtrat tatsächlich ein Umweltreferent geplant gewesen, die Abspaltung des Schul- und Sportreferats vom Kulturreferat habe aber nie im Raum gestanden.

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