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Wolfauslasser ziehen lautstark durch Rinchnach | BR24

© BR/Anne-Lena Schug

Es war wieder mächtig laut: In Rinchnach sind die Wolfauslasser durch die Straßen und Gasthäuser gezogen. Rinchnach gilt als Hochburg der Wolfauslasser-Tradition.

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Wolfauslasser ziehen lautstark durch Rinchnach

Es war wieder mächtig laut: In Rinchnach (Lkr. Regen) sind die Wolfauslasser durch die Straßen und Gasthäuser gezogen. Rinchnach gilt als Hochburg der Wolfauslasser-Tradition.

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Am Wochenende sind wieder hunderte Wolfauslasser durch Rinchnach (Lkr. Regen) gezogen. Zehn Gruppen – ausgestattet mit großen Glocken und begleitet von Goaßlschnalzern – haben an dem Brauchtumsspektakel teilgenommen. Höhepunkt war das gemeinsame Läuten am Sonntagabend. Dazu haben sich alle Gruppen im Ortskern getroffen und gemeinsam geläutet.

Hirte wechselt jedes Jahr

Den Takt hat dieses Mal Dominik Niedermeier von der größten Wolfauslasser-Gruppe, den Widdersdorfer Wolferern, angegeben. Jedes Jahr darf eine andere Gruppe den "Hirten aller Wölfe" stellen. Somit sind die Widdersdorfer Wolferer erst wieder in zehn Jahren dran. Dominik Niedermeier hat die Funktion zum ersten Mal übernommen und war sehr zufrieden: "Wenn alle Leute im Takt sind und gut läuten, dann bin ich stolz auf meine Truppe. Für die ganzen Gruppen war es heute super. Es war ein einmaliges Erlebnis."

Blaue Oberschenkel am Morgen

Die Glocken gibt es in unterschiedlichen Größen. Bereits Kinder ab vier Jahren laufen bei den Wolfauslassern mit. Die Glocken werden mit einem Lederriemen um die Hüfte gebunden. Die Wolferer bringen sie mit den Oberschenkeln zum Läuten und erzeugen so ein fast ohrenbetäubendes Dröhnen. Die größte Glocke ist einen Meter hoch und wiegt über 50 Kilo.

Tour von Haus zu Haus

Schon am Samstagabend zogen die verschiedenen Gruppen der Wolfauslasser von Haus zu Haus, wo sie ihren Hirtenspruch aufsagen. Die Hausbesitzer geben der Gruppe dafür eine Art Lohn. Der Brauch geht auf die Zeit der Viehhirten zurück, die die Tiere vor Bären und Wölfen schützen mussten. Das laute Läuten der Glocken sollte die Raubtiere vertreiben und von den Höfen fernhalten. Traditionell treffen sich die Wolferer am Abend vor Martini (11. November).