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© Hubert Hasselberger
Bildrechte: Hubert Hasselberger

Wolf in der Fotofalle in Siegsdorf

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    Gewissheit: Wolf reißt Schafe in Siegsdorf - Bauern besorgt

    Bei den Landwirten in der Gemeinde Siegsdorf geht die Angst um. Ende Februar hat ein Wolf zwei Schafe gerissen, das beweist ein Gentest. Außerdem war der Wolf in eine Fotofalle getappt. Jagdpächter Hasselberger sagt, jetzt ist die Politik am Zug.

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    Von
    • Christine Haberlander

    Die Beweise sind eindeutig: In der Gemeinde Siegsdorf im Landkreis Traunstein hat im Ortsteil Scharam ein Wolf mehrere Schafe gerissen. Zwei tote Kamerunschafe waren am 20. Februar am Waldrand aufgefunden worden. Eine Genprobe, die von einem toten Schaf entnommen wurde, brachte jetzt Gewissheit. Kurz darauf tappte der Wolf zudem noch in eine "Fotofalle".

    "Komisches Geräusch" und Problem für die Landwirte

    Mit der Gewissheit kommt bei den Landwirten in der Gemeinde auch die Angst. Eine Bewohnerin berichtet, dass sie gegen 22 Uhr auf ihrem Balkon ein "merkwürdiges Geräusch" gehört habe. Es müsse der Wolf gewesen sein. Jagdpächter Hubert Hasselberger glaubt nicht, dass Menschen angegriffen werden, aber auch er hat Angst. Was ist zu tun, wenn man einem Wolf tatsächlich begegnet?

    Als Bauer fürchtet Hasselberger aber vor allem auch um seine Kühe, die bald auf die Weide kommen. Bei Wölfen, die im Rudel auftreten, bestehe die Gefahr, "dass eine Kuhherde aufgescheucht und die Tiere scheu werden. Dann bleiben sie nicht mehr im Zaun, dann kannst sie wieder einsperren im Stall". Sollten die verängstigten Tiere gar nicht mehr aus dem Stall wollen, stelle das ein Riesenproblem dar.

    Wenn die Landwirte extra Schutzzäune aufstellen, müssen sie sich selbst darum kümmern. In manchen Gegenden geht das gar nicht, weil es beispielsweise zu felsig ist.

    Politik gefordert

    Hubert Hasselberger sieht jetzt die Politik am Zug. Er möchte nicht, dass der Wolf erlegt wird, aber andererseits will er auch seine Tiere schützen. Ein totaler Zwiespalt. Auch für etliche Schafhalter in der Gemeinde Siegsdorf. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass wieder ein Wolf in der Gegend herumstreunt, wie im Januar 2019. Auch da wurde ein Wolf gesichtet, von einem Berufsjäger.

    Hasselberger sagt: "Wenn der Wolf in eine Schafherde reinkommt, bringt der nicht nur eines um, sondern mehrere." Darum ist die Sorge groß. Denn keiner weiß, ob sich der Wolf möglicherweise in der Region niederlässt oder aber, ob er inzwischen vielleicht weitergezogen ist.

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