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Wolf im Landkreis Augsburg: Bürgermeister kritisiert Behörden | BR24

© dpa-Bildfunk

Symbolbild Wolf

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    Wolf im Landkreis Augsburg: Bürgermeister kritisiert Behörden

    Ein Wolf hat im nördlichen Landkreis Augsburg ein Lamm gerissen. Das gab das Landesamt für Umwelt bekannt. Nun meldet sich der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Biberbach zu Wort - und kritisiert das LfU.

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    Der Bürgermeister der Marktgemeinde, Wolfgang Jarasch, kritisiert die Informationspolitik des Landesamtes für Umwelt (LfU). Er habe nichts davon gewusst, dass ein in der Nähe von Biberbach gerissenes Tier auf Wolfsspuren hin untersucht worden ist.

    Bürgermeister beklagt späte Information

    Nur aufgrund des Tipps eines Kollegen habe er selbst beim LfU nachgefragt und daraufhin die Information erhalten, dass inzwischen ein Wolfsriss bestätigt sei. Er hätte sich vom Landesamt eine vorzeitige Information gewünscht, die zum Beispiel auch Verhaltenstipps enthält.

    Ihm gehe es nicht darum, Panik zu schüren, er wolle aber den Fragen, die seine Bürger nun an ihn richteten begegnen können. Dies falle ihm schwer, da er nicht einmal von den Vorfällen an sich gewusst habe.

    Gerissenes Lamm im April entdeckt

    Eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt kann die Kritik zwar verstehen, die Information sei aber bereits kurz nachdem das Ergebnis bestätigt gewesen sei, veröffentlicht worden. Die genetische Analyse der Spuren brauche eben zwei bis drei Wochen.

    Das Lamm, das gerissen wurde, wurde Ende April entdeckt. Auch das Landesamt habe die endgültige Information deshalb erst am Dienstagnachmittag erhalten. Als erstes sei dann der Halter, dem das gerissene Tier gehört habe, informiert worden, danach erging die Mitteilung an die Öffentlichkeit.

    Ein mobiler Wolf

    Das Landesamt für Umwelt geht derzeit nicht davon aus, dass es sich um ein standorttreues Tier handle, so eine Sprecherin. Erst wenn es über sechs Monate hinweg immer wieder Wolfsnachweise in einem Gebiet gebe, könne man von einem standorttreuen Tier ausgehen, das sei im Fall des Tieres bei Biberbach nicht der Fall.

    Grundsätzlich müsse man aber in ganz Bayern immer wieder mit durchziehenden Wölfen rechnen. Im letzten Jahr habe es rund 300 Hinweise auf einen Wolf in Bayern gegeben. Tatsächlich nachgewiesen wurden die Tiere aber nur in 20 Fällen, so die Sprecherin des Landesamtes. Bei den wenigsten Fällen wurden dabei tatsächlich Wolfsrisse nachgewiesen. Meist habe es sich um Aufnahmen aus Fotofallen gehandelt, die einen Wolf zeigten.