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Wolbergs-Urteil beschäftigt User und Kommentatoren | BR24

© BR/Kathrin Unverdorben

Nach dem Wolbergs-Urteil in Regensburg am Mittwoch steht vor allem die Staatsanwaltschaft in den Kommentaren der am Donnerstag erschienenen Zeitungen im Fokus.

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Wolbergs-Urteil beschäftigt User und Kommentatoren

Auf das Regensburger Urteil im Korruptionsprozess gegen Joachim Wolbergs gibt es unterschiedliche Reaktionen. Während die Nutzer sozialer Medien zweigeteilter Meinung sind, üben die Zeitungen vor allem Kritik an der Staatsanwaltschaft.

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Nach dem Wolbergs-Urteil in Regensburg am Mittwoch, steht vor allem die Staatsanwaltschaft im Fokus der Zeitungskommentare.

So schreibt die Süddeutsche Zeitung von "einem Desaster" für die Regensburger Staatsanwaltschaft. Aus Sicht der Zeitung habe die Vorsitzende Richterin die Staatsanwaltschaft als "Ansammlung von Deppen" hingestellt.

Auch die Abendzeitung schreibt: "So weit auseinander liegen Strafanträge und Urteile selten." In der AZ ist von "unangebrachtem Belastungseifer" gegen Wolbergs die Rede.

Die Frankfurter Allgemeine findet das Urteil gegen den suspendierten Oberbürgermeister gerecht. Sie schreibt: "Ein Großteil der Vorwürfe der Staatsanwaltschaft hat sich schlicht nicht belegen lassen" und weiter "Manchmal besteht Gerechtigkeit auch im Verzicht auf Strafe".

Die Mittelbayerische Zeitung geht noch weiter und kommentiert: "Höchststrafe für die Ankläger." Die Regensburger Staatsanwaltschaft müsse nun um ihr Ansehen kämpfen. Nach dem Mammut-Prozess stehe fest: Der OB war nicht käuflich, so die MZ. Ob Wolbergs in sein altes Amt zurück soll? Darauf gibt es vom Kommentator in der Regensburger Regionalzeitung ein klares "Ja".

Reaktionen aus dem Netz zu Wolbergs-Urteil zweigeteilt

Die Reaktionen im Internet auf das Urteil gegen den suspendierten Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (ehem. SPD) fallen zweigeteilt aus. Vor allem bei Facebook und bei BR24 gibt es User, die das Urteil nicht verstehen oder es zu milde finden.

Bei Facebook heißt es: "Klar… die Kleinen hängt man … die Großen lässt man laufen" oder "Wieso verhandelt man Monate, spricht ihn schuldig und keine Strafe? Alles nur noch lächerlich" und "Heißt das ab sofort, dass Vorteilnahme im Amt zwar verboten aber straffrei ist?"

Genauso gibt es Wolbergs-Unterstützer, die ihm zum Urteil gratulieren: "Das Ergebnis freut mich total! Ich habe nie an seiner 'Nichtkäuflichkeit' gezweifelt." oder "Gestraft ist er seit den letzten Jahren genug".

Auch in den sozialen Medien wird die Arbeit des Gerichts kritisiert. Bei BR24 schreibt ein Nutzer: "Da hat sich die Staatsanwaltschaft aber mächtig blamiert." Bei Facebook heißt es: "Unser Rechtssystem ist ein Witz, eine arme Rentnerin, die was zum Essen klaut, kommt sogar in den Bau!!!".

Wolbergs Wutrede nach dem Urteil findet sowohl Zustimmung als auch auch Kritik: "Jeder kann froh sein, nicht in so einen Schlamassel reingezogen zu werden", lautet ein Kommentar unter dem Video. Ein anderer: "Sein Statement zeigt, dass ihm trotz Verurteilung wegen eines Korruptionsdelikts in zwei Fällen jedes Schuldgefühl, Reue und Einsicht fehlt."

Wolbergs will Urteil am Abend kommentieren

Joachim Wolbergs selbst wird sich nach der Urteilsbegründung am Donnerstag erneut öffentlich äußern. Er hat für den Abend eine Pressekonferenz einberufen. Einer Mitteilung zufolge will Wolbergs unter anderem zu "weiteren Entwicklungen im politischen Bereich" Stellung nehmen sowie das Urteil gemeinsam mit seinen Verteidigern bewerten.

Die Wirtschaftskammer des Regensburger Landgerichts hatte den Kommunalpolitiker gestern wegen Vorteilsannahme in zwei Fällen verurteilt, aber von einer Strafe abgesehen. Die Urteilsbegründung wird heute fortgesetzt.