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Wolbergs-Prozess: Zusätzlicher Termin wegen Tretzel-Schlusswort | BR24

© Armin Weigel/dpa-bildfunk

Regensburgs suspendierter OB Wolbergs (ehem. SPD) wird sich ergänzend äußern.

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Wolbergs-Prozess: Zusätzlicher Termin wegen Tretzel-Schlusswort

Im Regensburger Korruptionsprozess hat das Landgericht einen zusätzlichen Verhandlungstermin angesetzt. Hintergrund ist das Schlusswort des Mitangeklagten Immobilienunternehmers Volker Tretzel. Das Gericht will seinen Terminplan aber einhalten.

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Überraschend hat die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Regensburg einen zusätzlichen Termin im Wolbergs-Korruptionsprozess angesetzt, und zwar für kommenden Montag, den 1. Juli. Das ist zwei Tage vor der geplanten Urteilsverkündung am 3. Juli.

Schlusswort zu Komplex Nibelungenkaserne sorgte für Irritation

In einer am Donnerstag verbreiteten Pressemitteilung des Landgerichts heißt es, Wolbergs wolle sich noch einmal ergänzend äußern. Anlass sind die Äußerungen des mitangeklagten Immobilienunternehmers Volker Tretzel zur umstrittenen Vergabe des Baugebiets Nibelungenkaserne. In seinem Schlusswort vor Gericht sagte Tretzel unter anderem wörtlich: "Wolbergs hat gesagt, ihr müsst nicht so viel spenden, ihr bekommt das Grundstück sowieso." Der Satz hatte für Irritationen gesorgt. Tretzels Anwalt schlug laut Prozessbeobachtern auf den Tisch, um seinen Mandanten zu unterbrechen.

Wolbergs will Fehlinterpretationen vermeiden

Wolbergs' Anwalt Peter Witting wollte sich auf BR-Anfrage zu dem zusätzlichen Termin nicht weiter äußern. In der Mitteilung heißt es, dass Witting dem Gericht mitgeteilt habe, dass das Tretzel-Schlusswort Anlass für eine ergänzende Äußerung gebe, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Urteilsverkündung für Mittwoch geplant

Wie ausführlich die Ergänzung von Wolbergs sein wird, ist laut Landgerichtssprecher Thomas Polnik nicht absehbar. Richterin Elke Escher gehe für Montag von einem kurzen Termin aus. Die Urteilsverkündung sei weiter für Mittwoch geplant. Durch den Wiedereintritt in die Hauptverhandlung sei es zwar möglich, dass die Anwälte erneut vollständig plädieren. In der Praxis würden Anklage- und Verteidigung aber meist auf ihre bereits gehaltenen Plädoyers verweisen oder diese gegebenenfalls nur punktuell ergänzen, so Polnik zum BR. Im Anschluss daran hätten die Angeklagten erneut die Möglichkeit, ihr Schlusswort zu halten. Die Urteilsverkündung ist laut Gericht weiter für Mittwoch geplant.