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Wolbergs-Prozess: Verteidigung will Freispruch für Tretzel | BR24

© BR/Andreas Wenleder

Volker Tretzel (li.) am Mittwochvormittag im Gerichtssaal: Seine Anwälte kritisieren die angeblich einseitigen Ermittlungen.

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    Wolbergs-Prozess: Verteidigung will Freispruch für Tretzel

    Die Verteidigung des Regensburger Immobilienunternehmers Volker Tretzel fordert einen Freispruch für ihren Mandanten. Der 76-Jährige muss sich im Wolbergs-Prozess wegen Korruptionsvorwürfen verantworten. Seine Anwälte bestreiten die Vorwürfe.

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    Im Regensburger Korruptionsprozess fordern die Verteidiger des angeklagten Immobilienunternehmers Volker Tretzel einen Freispruch für ihren Mandanten. Das stellte Rechtsanwalt Florian Ufer gleich zu Beginn seines Schlussvortrages klar. Tretzel muss sich unter anderem wegen Vorteilsgewährung und illegaler Parteispenden verantworten.

    Ufer wirft der Staatsanwaltschaft vor, einseitig ermittelt und entlastende Erkenntnisse nicht berücksichtigt zu haben. Das Verfahren sei weder fair geführt worden, noch seien die Ergebnisse der Beweisaufnahme gewürdigt worden, so Ufer. Die Ermittler seien nur ihrer These gefolgt und hätten alles andere ausgeblendet: "Die Geister, die man rief, wird man nicht mehr los", sagte er und nannte das Verfahren "eine Blamage" für die Staatsanwaltschaft.

    Kritik an der Staatsanwaltschaft

    Tretzel muss sich seit dem vergangenen Herbst wegen des Verdachts auf Vorteilsgewährung und Verstöße gegen das Parteiengesetz vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte dem millionenschweren Immobilienunternehmer in ihrem Schlussvortrag zudem Bestechung zur Last gelegt. Sie forderte viereinhalb Jahre Haft. Dieses Strafmaß für den 76-jährigen Unternehmer bezeichnete Anwalt Ufer als "absurd hoch".

    Tretzel soll laut Anklage den suspendierten Regensburger Oberbürgermeister, Joachim Wolbergs (ehemals SPD), mit illegalen Wahlkampfspenden unterstützt haben. Sie sollen über ein Strohmannsystem geflossen sein. Insgesamt soll der Kommunalpolitiker so fast eine halbe Million Euro erhalten haben. Außerdem steht Tretzel im Verdacht, Wolbergs verbilligte Wohnungen für Angehörige verschafft sowie Renovierungskosten für ihn übernommen zu haben. Die Ermittler vermuten, dass Tretzel sich den Politiker dadurch gewogen stimmen wollte.

    Anklage sieht in Tretzel des Drahtzieher

    In dem Prozess geht es unter anderem um einen möglichen Zusammenhang zwischen der Vergabe eines millionenschweren Bauprojektes der Stadt an Tretzel sowie dessen Spenden an die SPD im Kommunalwahlkampf 2014 und an den Fußballverein SSV Jahn Regensburg. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete den Bauunternehmer vor diesem Hintergrund als "spiritus rector", also des Drahtziehers in einem korrupten System.

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    Regionalnachrichten aus der Oberpfalz

    Von
    • Kilian Neuwert
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