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Wolbergs-Prozess: Tretzels Verteidigung hat das Wort | BR24

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Hat der Immobilienunternehmer Volker Tretzel versucht, sich mit großzügigen Spenden die Gewogenheit der Politik zu erkaufen? Im Regensburger Korruptionsprozess haben heute Tretzels Verteidiger das Wort.

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Wolbergs-Prozess: Tretzels Verteidigung hat das Wort

Hat der Immobilienunternehmer Volker Tretzel versucht, sich mit großzügigen Spenden die Gewogenheit der Politik zu erkaufen? Im Regensburger Korruptionsprozess haben heute Tretzels Verteidiger das Wort.

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Fortsetzung im Regensburger Korruptionsprozess: Wieder sind die Verteidiger mit ihren Plädoyers gefragt. Die Anwälte des mitangeklagten Immobilienunternehmers Volker Tretzel werden heute ihre Sicht auf das Verfahren vortragen. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer viereinhalb Jahre Haft für Tretzel gefordert.

Für die Ermittler ist der Immobilienunternehmer Volker Tretzel die zentrale Figur hinter einem mutmaßlich illegalen Spendensystem. Mit knapp einer halben Million Euro soll Tretzels Umfeld den suspendierten Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs vor und nach dessen OB-Wahlkampf unterstützt haben.

Gab es ein Strohmannsystem?

Die Parteispenden an Wolbergs‘ ehemaligen SPD-Ortsverein sollen über Strohmänner geflossen sein. Bei diesen mutmaßlichen Strohmännern handelt es sich größtenteils um Mitarbeiter des Unternehmers, so die Staatsanwaltschaft.

Die Spendensumme sei den Mitarbeitern dabei jeweils vorab als Gehalt ausbezahlt worden, so der Vorwurf. Im Gegenzug soll sich der Unternehmer Unterstützung bei Bauprojekten erhofft haben.

Für diesen Zweck soll er außerdem Wolbergs‘ Familie Rabatte bei Wohnungskäufen gewährt und Handwerkerrechnungen für den OB übernommen haben. Auch die mehrere Millionen Euro teure Unterstützung des örtlichen Fußballvereins Jahn Regensburg sollte die Stadtpolitik für seine Anliegen sensibilisieren, so die Anklage.

Tretzels Anwälte bestreiten Vorwürfe

Die Anwälte Tretzels hatten diese Vorwürfe bereits im laufenden Verfahren zurückgewiesen. Ihr Mandant habe seine Mitarbeiter lediglich zu den Spenden animiert. Alle hätten aus ihrem eigenen Vermögen gezahlt. Die Gehaltszuschüsse in Höhe der Spendensumme seien später wieder von den Prämien der Angestellten abgezogen worden. Außergewöhnliche Wohnungsrabatte habe es für Wolbergs‘ Familie auch nicht gegeben, so die Verteidigung.

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Autor
  • Andreas Wenleder
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