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Wolbergs-Prozess: Suspendierter OB bekommt Rückenwind | BR24

© picture alliance/Armin Weigel/dpa

Joachim Wolbergs (SPD), der suspendierte Oberbürgermeister von Regensburg, geht zum Verhandlungssaal des Landgerichts.

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    Wolbergs-Prozess: Suspendierter OB bekommt Rückenwind

    Der angeklagte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) hat von einem Zeugen Rückendeckung bekommen. Dieser soll vor einer polizeilichen Vernehmung beeinflusst worden sein - dem widersprach der Zeuge.

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    Im Regensburger Korruptionsprozess bekommt Joachim Wolbergs, der suspendierte und angeklagte SPD-Oberbürgermeister der Stadt, Rückenwind: Ein 51-jähriger Zeuge hat Wolbergs Version von einem Treffen während der damals bereits laufenden Ermittlungen bestätigt. Es führte letztlich zur Verhaftung des Kommunalpolitikers. Laut Staatsanwaltschaft soll der Zeuge bei dem Termin im Jahr 2016 vor einer polizeilichen Vernehmung beeinflusst worden sein. Dieser Darstellung widersprach der 51-jährige Bauingenieur heute vor Gericht.

    Anstehende Aussage war kein Thema

    Bei dem Treffen sei es zwar um das "große ganze", also die Korruptionsermittlungen gegen den Oberbürgermeister und weitere Männer gegangen, seine anstehende Aussage bei der Kriminalpolizei sei hingegen kein Thema gewesen:

    "Wir sprachen darüber, ob ich zu dem Termin mit Anwalt oder ohne erscheinen soll." Zeuge vor dem Landgericht

    Seine Aussage ähnelt dem, was Joachim Wolbergs bislang von dem Treffen in den Räumen eines Regensburger Rechtsanwalts berichtet hatte. Wolbergs griff die Staatsanwaltschaft deshalb erneut scharf an. Der Termin habe ihn in Haft gebracht, obwohl er immer wieder betont habe, dass es keine Beeinflussung des Zeugen gegeben habe:

    "Ich lasse nicht locker, das immer wieder zu sagen. Denn mit Haft können Sie ein Leben zerstören." Joachim Wolbergs

    Wolbergs war im Januar 2017 verhaftet worden und saß mehrere Wochen im Gefängnis. Der Haftbefehl wurde unter anderem mit Verdunkelungsgefahr begründet. Darunter ist etwa die Beeinflussung eines Zeugen zu verstehen.

    Strohmann-These erhärtet sich

    Der 51-jährige Bauingenieur war als Mitarbeiter des mitangeklagten Immobilienunternehmers Volker Tretzel geladen. Neben mehreren Kollegen soll er als Strohmann für seinen Chef fungiert und gestückelte Spenden knapp unterhalb der gesetzlichen Veröffentlichungsgrenze von 10.000 Euro an Wolbergs' SPD-Ortsverein überwiesen haben.

    Diese These der Ermittler scheint sich durch die Aussage des Mannes weiter zu erhärten. Genau wie andere Kollegen berichtete der Bauingenieur, er habe auf Bitten des ebenfalls angeklagten Ex-Geschäftsführers der Firma gespendet. Von ihm habe er auch die genaue Summe sowie die Kontodaten erfahren. Er sei davon ausgegangen, dass er die Zahlungen aus den Jahren 2013, 2014 und 2015 über je 9.900 Euro rückvergütet bekomme. Im Jahr 2013 habe er in ähnlicher Weise auch an die CSU gespendet, so der mutmaßliche Strohmann.

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    Autor
    • Kilian Neuwert
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