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Wolbergs-Prozess: "Kronzeuge" der Staatsanwaltschaft sagt aus | BR24

© BR/Andreas Wenleder

Im zweiten Regensburger Korruptionsprozess um Joachim Wolbergs soll ein Immobilienunternehmer aussagen. Dieser hatte im ersten Prozess einen Strafbefehl akzeptiert. Jetzt könnte er mit seiner Aussage den suspendierten OB be- aber auch entlasten.

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Wolbergs-Prozess: "Kronzeuge" der Staatsanwaltschaft sagt aus

Im zweiten Regensburger Korruptionsprozess um Joachim Wolbergs soll ein Immobilienunternehmer aussagen. Dieser hatte im ersten Prozess einen Strafbefehl akzeptiert. Jetzt könnte er mit seiner Aussage den suspendierten OB be- aber auch entlasten.

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Im Korruptionsprozess gegen den suspendierten Regensburger Oberbürgermeister soll vor dem Landgericht Regensburg am Mittwoch ein wichtiger Zeuge aussagen. Er gilt vielen Prozessbeobachtern als "Kronzeuge" der Staatsanwaltschaft.

Strafbefehl wegen Bestechung

Der Immobilienunternehmer Thomas D. soll Wolbergs mit Parteispenden und der Übernahme einer Wahlkampf-Rechnung bestochen haben. 160.000 Euro sind vor und nach der Wahl an Wolbergs SPD-Ortsverein als Spende geflossen. Zusätzlich hat die Firma des Zeugen Wahlkampfkosten in Höhe von rund 35.000 Euro direkt über eine Scheinrechnung bezahlt.

Einen Strafbefehl wegen Bestechung des Stadtoberhauptes hat Thomas D. bereits akzeptiert. Damit verbunden sind eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung und eine Geldstrafe von knapp einer halben Million Euro.

Aussage könnte be- aber auch entlasten

Im Prozess gegen Wolbergs und die drei anderen Immobilienunternehmer ist Thomas D. deshalb nur als Zeuge geladen und sitzt nicht gemeinsam mit ihnen auf der Anklagebank. In seiner Aussage bei der Polizei hatte er Wolbergs belastet. Vor Gericht könnte er dem Oberbürgermeister aber auch Argumente zu seiner Verteidigung liefern: Der suspendierte OB und sein Anwalt vermuten, dass dem Unternehmer der Strafbefehl in der Untersuchungshaft abgenötigt worden sein könnte. In einer Internet-Videobotschaft am Montag sprach Wolbergs wörtlich von "Beugehaft".

Auch die Verteidiger von Thomas D. hatten nach Erlass des Strafbefehls mitgeteilt, dass der Bestechungsvorwurf aus ihrer Sicht falsch sei. Allerdings habe man dem Unternehmer geraten, die Strafe "angesichts der erheblichen persönlichen Belastungen und Umständen einer Hauptverhandlung" zu akzeptieren.

Wolbergs hat vor Gericht bestritten, bestechlich gewesen zu sein. Die Übernahme der Wahlkampfrechnung hat der Oberbürgermeister aber eingeräumt und als "Fehler" bezeichnet. Er sei sich über das Vorgehen und dessen Strafbarkeit nicht bewusst gewesen, so Wolbergs.