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Wohnungsprojekt für Obdachlose in Bamberg | BR24

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Harry Holzmann hat in Bamberg durch das Projekt Übergangswohnen Plus wieder ein Dach über dem Kopf.

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Wohnungsprojekt für Obdachlose in Bamberg

Wohnungs- und Obdachlose haben es schwer, ohne Geld oder Job wieder eine neue Wohnung zu finden. Um das zu ändern, gibt es in Bamberg seit diesem Jahr das Projekt "Übergangswohnen Plus". 15 Wohnungen werden in der Stadt für Obdachlose freigehalten.

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Harry Holzmann war jahrelang obdachlos. Durch das Wohnungsprojekt "Übergangswohnen Plus" hat er in Bamberg eine 30-Quadratmeter-Wohnung vermittelt bekommen. Zunächst für ein Jahr, in dieser Zeit muss der 44-Jährige beweisen, dass er ein geregeltes Leben führen kann. An "Übergangswohnen Plus" können pro Jahr 15 Wohnungs- und Obdachlose teilnehmen. Sie werden ein Jahr von Sozialarbeitern unterstützt und müssen sich an vorgeschriebene Regeln halten.

"Ich darf mir nichts zu Schulden kommen lassen. Das heißt keine Ruhestörungen, muss meine Hausordnung hier machen.  Und vor allem keine Mietrückstände." Harald Holzmann 

Mietfähigkeit als zentrale Voraussetzung

Das Projekt Übergangswohnen Plus ist der Bamberger Wärmestube angegliedert. Hier treffen sich Wohnungs- und Obdachlose zum Essen. Peter Klein ist der Leiter der Anlaufstelle "Menschen in Not" und weiß, dass die Mietfähigkeit, die zentrale Voraussetzung darstellt, um in das Projekt aufgenommen zu werden. "Wir wollen gucken, ob die Leute in der Lage sind, sich um ihre Einkommenssituation zu kümmern. Ob sie in der Lage sind ihr Zimmer sauber zu halten, Termine einzuhalten. Das sind alles die Sachen, die man braucht, wenn man eine eigene Wohnung haben will", so Peter Klein.

Ehemals Wohnungslose sollen selbstständig werden

Die Sozialpädagogin Maria Joecks ist in Bamberg seit diesem Jahr für das Projekt "Übergangswohnen Plus" zuständig und hilft Harry Holzmann zum Beispiel bei der Anmeldung bei den Stadtwerken oder Schreiben der Behörden zu verstehen. Das alles ist für Menschen, die auf der Straße gelebt haben ganz neu. In erster Linie gucken die Sozialarbeiter aber, dass die ehemals Wohnungslosen ihre Aufgaben selber bewältigen.

"Zum Beispiel, wenn es darum geht ein Amt anzurufen, dann rufe nicht ich an, sondern ich suche mit Harry die Telefonnummer raus und er ruft dann an und vielleicht sag ich ihm vorher worauf er bei dem Gespräch achten muss, aber letztendlich macht er seine Sachen selbst." Maria Joecks

Ein Jahr lang wird die Sozialpädagogin regelmäßig den 44-Jährigen Harry Holzmann in seiner Wohnung besuchen und ihn unterstützen. Denn er will auch nach der Testphase in seiner neuen Wohnung bleiben und hofft darauf, bald eine Arbeit zu finden. Denn eins weiß er sicher: auf die Straße zurück möchte er nicht mehr.

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