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Wohnungsnot in Bayern: Der harte Weg aus der Obdachlosigkeit | BR24

© picture alliance / dpa

Symbolbild Obdachlosigkeit

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    Wohnungsnot in Bayern: Der harte Weg aus der Obdachlosigkeit

    Jahrelang hat Roland T. mit einem Schlafsack und einer Plane im Nürnberger Reichswald gelebt. Krankheiten, Todesfälle und zwei kaputte Partnerschaften haben ihn aus der Bahn geworfen. Vor zwei Jahren wird ihm klar: So kann es nicht weitergehen.

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    Die erste Anlaufstelle von Roland T. ist die Notunterkunft der Heilsarme. Hier teilt er sich mit mehreren Erwachsenen ein Zimmer. Das hält er nicht lange aus.

    "Ich habe mit Obdachlosen, Drogenabhängigen, Alkoholikern, Haftentlassenen, wie auch immer gelebt. Zusammen in einem Zimmer. Wir waren alle in einem Boot, aber ich muss aus dem Boot raus, sonst ersaufe ich." Roland T.

    Endlich eine Wohnung von der Stadtmission

    Ein Bekannter rät dem heute 54-Jährigen zur Stadtmission in Nürnberg zu gehen. Hier kann ihm geholfen werden. Er bekommt eine 1,5 Zimmerwohnung weitervermittelt. Ewig kann er aber nicht in dieser Wohnung bleiben, denn viele Obdachlose benötigen eine Unterkunft.

    Wohnungsnot und Obdachlosigkeit nehmen zu

    Vor allem in den großen Städten sind Wohnungsnot und Obdachlosigkeit größer geworden. So waren im Jahr 2017 gut 15.500 Menschen als wohnungslos gemeldet und damit fast ein Drittel mehr als 2014. Laut Thomas Heinze von der Stadtmission Nürnberg zählen zu den häufigsten Gründen, die eigene Wohnung zu verlieren Trennungen, Scheidungen, der Verlust vom Arbeitsplatz oder psychische Erkrankungen. Der angespannte Wohnungsmarkt verschärft die Situation zusätzlich.

    Stadtmission hilft auch bei drohendem Wohnungsverlust

    Am Wohnungsmangel an sich können auch die Fachberatungsstellen wie die der Nürnberger Stadtmission nichts ändern. Gerade einmal 40 Wohnungen können Thomas Heinze und sein Team Obdachlosen in Nürnberg anbieten. Doch die Anlaufstelle kann Menschen in Wohnungsnot auf jeden Fall neue Perspektiven aufzeigen und Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Auch Roland T. hofft, nach seiner Zeit im Wald, bald wieder auf eigenen Beinen zu stehen:

    "Beim Wohnungsamt stell ich mich ab und zu vor, ich schau' auch in die Zeitung. Aber wenn man hört, Hatz-IV- Empfänger, 54 Jahre alt, kann wahrscheinlich nix mehr arbeiten, dann verlierst du halt irgendwie den Mut. Mein Wunsch wäre einfach, dass ich irgendwie nochmal ins Berufsleben zurückkomme. Ich kann arbeiten, ich weiß es, aber im Endeffekt bin ich auch nur ein ganz kleines Licht." Roland T.