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Wohnungsnot: In Aschaffenburg liegt Bauland brach | BR24

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Es gibt etliche Familien, die zu viel verdienen, um eine Sozialwohnung zu bekommen, aber zu wenig, um auf dem freien Wohnungsmarkt fündig zu werden. In Aschaffenburg gibt es viele Ursachen dafür.

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Wohnungsnot: In Aschaffenburg liegt Bauland brach

Es gibt etliche Familien, die zu viel verdienen, um eine Sozialwohnung zu bekommen, aber zu wenig, um auf dem freien Wohnungsmarkt fündig zu werden. In Aschaffenburg gibt es viele Ursachen dafür.

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Vor vier Jahren haben sich die drei Oberbürgermeister von Aschaffenburg, Mainz und Frankfurt medienwirksam getroffen und stolz verkündet, dass sie ab sofort in Sachen "Schaffung von bezahlbarem Wohnraum" gemeinsame Sache machen wollen. Das war damals nicht einfach und klingt jetzt fast schon utopisch.

Mieten steigen im Rhein-Main-Gebiet seit Jahren

"Die Probleme mit Eigenbedarfskündigung oder dass man mal eine Wohnung verliert, die gab es schon immer, aber, ich denke mal, so die letzten drei, bis vier Jahre ist es enorm angestiegen, dass die Probleme da sind, neue bezahlbare Wohnungen zu finden", so fasst es Christoph Walter zusammen. Er ist Vorsitzender des Aschaffenburger Mieterbunds, der rund 3.500 Mitglieder hat. Die Mieten in Bayerisch-Rhein-Main steigen seit Jahren. Auch, weil viele Großstädter aus den noch teureren benachbarten Metropolen fliehen.

"In der Stadt Aschaffenburg sind von 2012 bis 2016 die Mieten um ca. 15 Prozent angestiegen und jetzt die letzten zwei Jahre auch nochmal dazu. In Frankfurt ist es ungefähr doppelt so schnell angestiegen, das heißt, die ganzen Frankfurter und Offenbacher drängen ins Umland, und da gehören wir dazu. In der Regel kommen dann die, die sich etwas mehr leisten können und dementsprechend wird auch in Aschaffenburg gebaut." Christoph Walter, Mieterbund Aschaffenburg

Hochpreisige Wohnungen und Belegungsrecht

Dass nur im hochpreisigen Segment gebaut wird, versucht die Stadt freilich zu verhindern. Wer neue Wohnungen baut in Aschaffenburg und Befreiungen vom Bebauungsplan wünscht, dann kann er die bekommen, sagt Stadtentwickler Bernhard Keßler. Bedingung: Der Bauherr muss einige Wohnungen preiswert vermieten und zwar dauerhaft. "Wir nennen das Wohnungsbau für Schwellenhaushalte", so Stadtentwickler Bernhard Keßler. Das seien Wohnungen, die zwischen 8,50 und 10,50 Euro kosten. "Wir haben in den letzten zwei Jahren systematisch gemeinsam mit Bauträgern in Neubauprojekten solche Wohnungen für die Stadt geschaffen. Die Stadt hat ein Belegungsrecht für die Zeit von zehn bis 15 Jahren", so Keßler.

Ein Angebot, das es so bis vor zwei Jahren nicht gab in der Stadt. 30 Wohnungen sollen kurzfristig auf den Markt kommen. Ein weiteres Problem bei der Schaffung von Wohnraum: die angespannte Situation im Baugewerbe. Rund 400 Wohnungen liegen auf Halde.

"Das ist durchaus spezifisch für den unterfränkischen Raum. Diese Frage stellt sich in Oberbayern oder Niederbayern überhaupt nicht. Wir müssen zu Regelungen kommen, dass Bauland, das mit öffentlichem Geld geschaffen ist, auch in angemessener Zeit bebaut ist." Bernhard Keßler, Stadtentwickler Aschaffenburg

Das sieht auch der Mieterbund so. Erschlossene, aber brachliegende Flächen sind eine Vergeudung, sagt Christoph Walter und wünscht sich Maßnahmen. "Eventuell mit höheren Grundsteuern, aber da ist die Kommune gefragt bzw. die Gesetzgebung insgesamt", so der Mieterbund.