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Wohnungsbaugesellschaft Bayernheim startet mit Strafzinsen | BR24

© BR/Arne Wilsdorff

Die staatliche Wohnungsbaugesellschaft Bayernheim muss für ihr Stammkapital von 50 Millionen Euro allein in diesem Jahr fast 100.000 Euro Strafzinsen zahlen. Ein schwieriger Start für ein erst im Juli gestartetes Prestigeprojekt der Staatsregierung.

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Wohnungsbaugesellschaft Bayernheim startet mit Strafzinsen

Die staatliche Wohnungsbaugesellschaft Bayernheim muss für ihr Stammkapital von 50 Millionen Euro allein in diesem Jahr fast 100.000 Euro Strafzinsen zahlen. Ein schwieriger Start für ein Prestigeprojekt der Staatsregierung.

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Mitten im Landtagswahlkampf wollte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigen, er meine es ernst mit dem Thema Wohnungsbau. Deshalb wurde im Juli die staatliche Wohnungsbaugesellschaft Bayernheim gegründet.

Der Untersuchungsausschuss zum Verkauf der 30.000 halbstaatlichen GBW-Wohnungen durch Söder war noch in vollem Gang, da landeten auf dem Konto der Bayernheim die ersten 50 Millionen Euro Stammkapital.

Es ist Geld, das Bayernheim-Geschäftsführer Peter Baumeister nervös macht. "Die 50 Millionen Euro sind dazu da, dass wir baldmöglichst Wohnungen bauen. Das zieht sich natürlich ein wenig, bis man das Bauen beginnen kann", sagt Baumeister.

Kohnen: Können kein Geld zum Fenster raus schmeißen

Der Bau von Wohnungen ist ein schwieriges und vor allem langwieriges Geschäft. So liegen die 50 Millionen Euro jetzt erst einmal auf dem Konto und verursachen Strafzinsen. Nach Auskunft des verantwortlichen Bauministeriums ist diese Verwahrgebühr von anfangs 0,44 Prozent auf jetzt 0,33 Prozent im Jahr gesunken.

Für die zweite Jahreshälfte zahlt der Freistaat damit gut 90.000 Euro Strafzinsen. Natascha Kohnen (SPD), Bayern-SPD-Chefin und wohnungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, ist verärgert. Aus ihrer Sicht "können wir es uns nicht leisten, dass wir Geld zum Fenster rausschmeißen". Wohnungen würden dringend gebraucht, das Vorhaben werde aber nicht effizient umgesetzt.

Bauminister: Es muss jetzt was passieren

Aber jetzt ist die Wohnungsnot in den Ballungsräumen ein Thema für die CSU. Die Bayernheim soll in den nächsten sieben Jahren 10.000 erschwingliche Wohnungen bauen. Der frisch ernannte Bauminister Hans Reichhart (CSU) will dazu als Erstes das von der SPD seit Jahren angemahnte Flächenkataster auf den Weg bringen. Er will erfassen, welche Flächen in den bayerischen Ballungsräumen zur Verfügung stehen. Welche bestehenden Gebäude können aufgestockt werden. Wo gibt es Leerstand? "Die Flächen, die uns gehören, da muss jetzt was passieren", sagt Reichhart im BR-Gespräch.

"Wir haben die Situation, dass wir jetzt Wohnraum brauchen und da müssen wir ihn jetzt auch schaffen." Hans Reichhart, Bauminister

Die staatliche Bayernheim wird beim Bauen nur nach und nach günstigen Wohnraum für Polizisten oder Krankenpflegerinnen schaffen können. Denn noch arbeiten bei der Bayernheim erst drei Angestellte. Ende nächsten Jahres sollen es rund 20 sein. Schrittweise wird mit jedem Grundstückskauf aus den 50 Millionen Euro Startkapital zusätzlich Personal aufgestockt.

Für die Verwaltung von 10.000 Wohnungen werden später einmal rund 100 Angestellte bei der Bayernheim gebraucht. Aber dieses Personal muss erst einmal gefunden werden.

Bremsfaktoren lauern überall

Bauminister Reichhart weiß um die Schwierigkeiten, lobt aber die Angestellten: "Die leisten jetzt eine tolle Aufbauarbeit. Die sind jetzt auch dabei, das zu strukturieren." Reichhart will sich mit den Mitarbeitern der Bayernheim zusammensetzen und mit ihnen gemeinsam überlegen, wie man Schwierigkeiten lösen kann. "Dann kommen immer noch die besten Ideen raus", sagt er.

Bremsfaktoren lauern überall. Einfachere und schnellere Baugenehmigungsverfahren würden in den Städten, Landratsämtern und Gemeinden viel helfen, meint der zuständige Ministerialrat Roman Dienersberger. Auch er fordert mehr Personal.

"Man hat eben viel Personal abgebaut, das rächt sich halt jetzt auch. Man muss wieder aufbauen." Roman Dienersberger, Ministerialrat

Bayernheim-Geschäftsführer will Hoffnung nicht aufgeben

Das Hauptproblem ist aber, dass die Städte und Gemeinden nicht genug Bauland zur Verfügung stellen. Viele Bürger wollten eben ihren Blick auf die grüne Wiese erhalten, sagt Bayernheim-Geschäftsführer Peter Baumeister: "Das wäre auch ein Punkt, wo die Politik auch stark unterstützen kann. Die Kommune hat kommunale Planungshoheit. Das entscheidet die ganz allein. Die kann man nicht zwingen, die kann man nur versuchen zu verlocken."

Aber das ist alles Zukunftsmusik. Den Plan in sieben Jahren 10.000 Wohnungen zu bauen, hält der Bayernheim-Geschäftsführer für sehr ehrgeizig. "Es ist schon ein sehr mutiges Ziel. Wir werden aber trotzdem natürlich versuchen dieses Ziel zu erreichen", sagt Baumeister. Er will die Hoffnung nicht aufgeben, "dass wir es schaffen".

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Von
  • Arne Wilsdorff
  • BR24 Redaktion
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