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Wohnmobile mieten: Last-Minute zum fahrenden Ferienhaus | BR24

© picture alliance / dpa Themendienst

Wohnmobil auf einem Campingplatz

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    Wohnmobile mieten: Last-Minute zum fahrenden Ferienhaus

    Mit dem Wohnmobil in den Urlaub – ein großer Trend im Corona-Sommer 2020. Wer nicht gleich einen eigenen Camper kaufen will, kann sich auch ein Reisemobil für die Sommerferien mieten. Doch es gibt viele verschiedene Möglichkeiten.

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    Von
    • Mathias Flasskamp

    Campingurlaub ist in diesem Sommer wieder eine attraktive Möglichkeit für viele. Wer mit dem Miet-Mobil in den ortsunabhängigen Sommerurlaub starten möchte, sollte sich zunächst entscheiden, welche Variante er bevorzugt:

    • Campingbusse (zum Beispiel VW California) sind nicht größer als die Standard-Versionen und bieten im Innenraum ein Klappbett, eine Kochnische und einen Tisch. Für zwei Personen und einen Kurzurlaub reicht das völlig.
    • Wohnmobile mit Alkoven, sprich einer Schlafnische über dem Führerhaus (zum Beispiel Fiat Sunlight A70). Diese Modelle sind etwas unhandlicher. Sie haben bis zu 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht und bieten mehr Platz und Komfort als Campingbusse.
    • Vollintegrierte Reisemobile warten mit einem nahezu komplett abgetrennten Mini-Apartment hinter der Fahrerkabine auf: Bad, Doppelbett und Sitzecke inklusive. Für diese rollenden Hotelzimmer mit bis zu 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist aber der neue Führerschein Klasse C, beziehungsweise der alte Führerschein Klasse 3 erforderlich.

    Händler haben noch Last-Minute-Angebote

    Gewerbliche Wohnmobilhändler verlangen in der Regel, dass der Fahrer mindestens 21 Jahre alt ist. Bei großen Modellen über 3,5 Tonnen wird manchmal sogar ein Mindestalter von 25 Jahren verlangt. Einer der größten Händler in Bayern ist das Caravan-Zentrum "Der Freistaat" in Sulzemoos, an der A8 zwischen München und Augsburg. Über 200 Wohnmobile und Camper stehen hier auf einem riesigen Parkplatz für reisefreudige Kunden bereit.

    Geschäftsführer Thomas Liebscher zeigt sich optimistisch, was Last-Minute-Anfragen angeht: "Wer nicht unbedingt auf eine bestimmte Woche festgelegt, sondern zeitlich etwas flexibel ist, für den haben wir auch jetzt noch Angebote. Die Leute rennen uns zwar seit ein paar Wochen buchstäblich die Bude ein, aber die Stornierungen von März und April sind noch nicht komplett wieder aufgefüllt. Am Anfang und gegen Ende der Sommerferien ist momentan noch etwas möglich."

    100 bis 200 Euro Miete pro Tag

    Pro Tag kosten die fabrikneuen Wohnmobile zwischen 100 und 200 Euro Miete. Versicherungen kommen noch dazu und für den Urlaub fallen natürlich auch noch Nebenkosten wie Campingplatzgebühren, Kraftstoff- und Verpflegungskosten an. Wer mit einem Campingurlaub Geld sparen will, wird enttäuscht. Das bestätigt auch Stefan Dorner vom ADAC Südbayern:

    "Camping als Billigurlaubsvariante - das ist lange vorbei. Der Markt boomt schon seit Jahren und bekommt jetzt durch Corona noch einen weiteren Schub. Eine vierköpfige Familie muss für zwei Wochen Camping-Urlaub inklusive Platzgebühren, Versicherungen und Fahrzeugmiete mit 4.000 Euro und mehr rechnen."

    Auch über den ADAC können Kunden Wohnmobile und Camper mieten. Entweder online oder in den Reisebüros der Geschäftsstellen. Hier sind ebenfalls momentan noch Fahrzeuge für die Sommerferien zu haben. Die ADAC-Verträge haben oft verbraucherfreundliche Versicherungen, die einen Selbstbehalt bei Unfällen komplett ausschließen. Das ist nicht überall so. Manche Anbieter haben bei ihren Standardtarifen zum Teil hohe Selbstbeteiligungen von bis zu 2.000 Euro. Hier müssen Kunden überlegen, ob sie das Risiko eingehen oder gegen höhere Prämien ausschließen wollen.

    Private Anbieter vermieten über das Internet

    Das gleiche gilt, wenn ein Campingfahrzeug von Privaten angemietet werden soll. Verschiedene Internetportale bieten diese Alternative an. Yescapa.de, Paul-Camper.de oder Shareacamper.de bringen potentielle Mieter und private Besitzer eines Wohnmobils gegen eine Gebühr zusammen. Die Anmeldung ist einfach: Name, Mailadresse, Telefonnummer – schon kann es auf Angebotssuche gehen. Auf BR-Anfrage waren bei allen Portalen Ende Juni noch ausreichend Wohnmobile für die Sommerferien verfügbar. Allerdings werden hier mittlerweile fast genauso hohe Preise wie bei den gewerblichen Vermietern verlangt. Momentan kostet ein Camper wie der VW California auf diesen Portalen durchschnittlich zwischen 80 und 150 Euro pro Tag.

    Nico aus München zum Beispiel vermietet seinen VW-Bulli, Baujahr 1982, seit einem Jahr über ein Internetportal für aktuell 120 Euro pro Tag, inklusive Versicherung. Nicht gerade ein Schnäppchen, das räumt er selbst ein: "Günstig ist das sicherlich nicht unbedingt, aber ich habe eben im vergangenen Jahr auch wieder einige Tausend Euro in das Fahrzeug investiert. Die Nachfrage ist momentan so hoch, dass ich diesen Preis problemlos verlangen kann. Manche schätzen einfach diesen herrlich altmodischen Charme des Campingbusses."

    Händler bieten Vorteile bei Problemen

    Probleme habe es mit den Mietern noch nie gegeben, sagt der Hobby-Vermieter und zieht damit für sich persönlich ein positives Fazit. Allerdings sollten sich Interessenten im Klaren darüber sein, was es bedeutet, ein Fahrzeug zu mieten, das 30 Jahre und älter ist: Schwache Motorisierung, keine Servolenkung und Klimaanlage sowieso Fehlanzeige. Für längere Fahrten kann das ziemlich anstrengend werden.

    Einige Portale, wie zum Beispiel Paul-Camper, verpflichten beide Parteien, ein umfangreiches Versicherungspaket abzuschließen. Das sorgt für eine gewisse Sicherheit. Trotzdem bleibt es ein Geschäft zwischen Privatleuten. Gibt es am Ende Probleme, müssen die untereinander geklärt werden. Kommt es im Urlaub zu einem Unfall mit Totalschaden, steht der Mieter erst einmal in der Haftung gegenüber dem Vermieter. Zusätzlich muss auf eigene Kosten die Heimreise organisiert werden - manche gewerblichen Vermieter bieten da ihren Kunden Ersatzfahrzeuge an, die sogar bis an den Urlaubsort gebracht werden. Und das bei Preisen, die - wenn überhaupt - nur geringfügig höher sind.

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