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Wölfe sind in Bayern wieder heimisch.
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BR24 Redaktion
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Wölfe sind in Bayern wieder heimisch.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg hat eine vorläufige Bilanz der Wolfsrisse im ablaufenden Jahr gezogen. Im Landkreis Oberallgäu tötete ein Wolf drei Schafe und drei Kälber – die Kälber an unterschiedlichen Tagen und Orten. In der Oberpfalz, in den Landkreisen Regensburg und Neustadt an der Waldnaab, fiel jeweils ein Schaf einem Wolf zum Opfer. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren vier Lämmer von einem Wolf gerissen worden, 2016 gab es ein totes und ein verletztes Schaf.

Insgesamt knapp 2.800 Euro Entschädigung für gerissene Tiere

Als Entschädigung für ihre toten Tiere bekamen Schäfer und Bauern insgesamt 2.780 Euro, wie das LfU auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Landwirtschaftsverwaltung habe detailliert festgelegt, wie viel Geld für ein Lamm, ein Mutterschaf oder einen Bock gezahlt wird, erklärte ein LfU-Sprecher. Ein Lamm etwa sei 120 Euro wert.

Das Geld stammt aus dem "Ausgleichsfonds Große Beutegreifer", der von der Wildland-Stiftung Bayern, dem Bund Naturschutz in Bayern, dem Landesbund für Vogelschutz und dem World Wide Fund For Nature (WWF) getragen wird. Gefördert wird er vom Bayerischen Naturschutzfonds.

Verbands-Geschäftsführer: Schafhalter fühlen sich alleingelassen

Der Geschäftsführer des Landesverbands der Bayerischen Schafhalter, René Gomringer, kritisierte, dass solche Zahlungen überhaupt nötig geworden seien. "So weit sollte es gar nicht kommen", sagte er. Der Zorn unter seinen Mitgliedern sei groß, sie fühlten sich mit der Herausforderung der Rückkehr der Wölfe nach Bayern alleingelassen.

Durchziehende Jungwölfe, aber auch standorttreue Wolfspaare

Seit 2006 werden in Bayern immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen – in der Regel sind es durchziehende Jungtiere. Ein standorttreues Wolfspaar gibt es seit Anfang des Jahres in Oberfranken im Veldensteiner Forst im Landkreis Bayreuth. Anfang August wurden dort auch zwei Wolfswelpen fotografiert. Außerdem gibt es je ein standorttreues Paar auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr im Landkreis Neustadt an der Waldnaab und im Nationalpark Bayerischer Wald.

Kritik am "Aktionsplan Wolf" der Staatsregierung

Der "Aktionsplan Wolf" der Staatsregierung sieht vor, dass verhaltensauffällige Wölfe künftig auch abgeschossen werden dürfen. Dies sei aber stets das letzte Mittel. Zunächst sei zu prüfen, ob Zäune oder spezielle Schutzhunde Wirkung zeigen. Umweltschützer hatten den Entwurf als "Abschussplan" kritisiert.

Gomringer wiederum fordert klarere Ansagen von der Politik. So sei nicht eindeutig geregelt, wann ein Wolf, der ein Schaf gerissen hat, als so problematisch einzustufen ist, dass er abgeschossen werden darf.