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Wochenend-Bilanz: Kein Chaos in Bayerns Ausflugsregionen | BR24

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Ganz Bayern hat ein Winterwochenende erlebt. Besonders stark hat es im Allgäu geschneit. Viele Menschen lockte es da in die Natur. Doch die Ausflugsorte fürchteten sich vor einem Besucheransturm.

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Wochenend-Bilanz: Kein Chaos in Bayerns Ausflugsregionen

Der Ansturm auf Bayerns Ausflugsorte blieb an diesem Wochenende aus. Die 15-km-Regel und die Einreisesperre zeigten offenbar Wirkung. Die Polizei hat verstärkt kontrolliert. Verstöße gab es nur vereinzelt in den Landkreisen Miesbach und Deggendorf.

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Von
  • Katrin Bohlmann

Das Wetter und die Ausflugsverbote sind vermutlich schuld: An diesem Wochenende hat es weniger Menschen als bisher an die sonst so viel besuchten Seen und in die Berge gezogen. Anhaltender Schneefall und ausbleibender Sonnenschein luden nicht gerade zum Spazierengehen oder Wandern ein.

Dazu kamen die Einreisesperren für auswärtige Tagestouristen vieler bayerischer Landkreise und die 15-km-Regel. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann teilte auf BR-Anfrage mit, dass die Lage deutlich entspannter war als sonst an den Wochenenden.

Ruhe am Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee

Verstärkt kontrolliert hat die Polizei laut Herrmann auch mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei vor allem in den typischen Ausflugsgebieten. Nur vereinzelt sind Verstöße gegen die 15-km-Regelung oder das Betretungsverbot festgestellt worden, zum Beispiel in den Landkreisen Deggendorf oder Miesbach. Personen, die dort "nichts zu suchen hatten", seien von der Polizei nach Hause geschickt worden, teilte der bayerische Innenminister mit.

Am Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee im Landkreis Miesbach herrschte weitgehend Ruhe. Der Landkreis hatte ein Einreiseverbot für auswärtige Tagesgäste verhängt, da der Corona-Inzidenzwert hier bis vor kurzem noch bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag.

Wenig los im Allgäu, entspannte Lage im Bayerischen Wald

Auch im Allgäu ging es laut Polizei weitgehend ruhig zu. Im Bayerischen Wald war am Wochenende ebenfalls deutlich weniger los als in den Wochen zuvor. Das teilten verschiedene Polizeiinspektionen in Niederbayern mit. Hintergrund dürften auch hier die Allgemeinverfügungen der Landkreise Freyung-Grafenau, Regen, Deggendorf und Cham sein, wonach aktuell keine Tagesausflügler von auswärts anreisen dürfen. Dazu kommt, dass sich Einheimische aus Corona-Hotspots nicht mehr als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen.

Der Wintersportort Sankt Englmar (Landkreis Straubing-Bogen) im Bayerischen Wald hatte vor dem Wochenende mit einem Ansturm gerechnet, denn in diese Region dürfen Tagesausflügler von außerhalb noch hineinfahren. Doch die Parkplätze an beliebten Ausgangspunkten zum Langlaufen, Winterwandern oder Rodeln sind laut der Leiterin der örtlichen Tourist-Information Astrid Piermeier noch nicht einmal voll gewesen. Die Skipisten in Sankt Englmar sind derzeit wie überall Corona-bedingt geschlossen.

Spessart: Polizei schickte Ausflügler nach Hause

Großer Andrang dagegen herrschte im Hochspessart in Unterfranken. Hier hatte die Polizei viel zu tun. Sie musste an den beliebten Ausflugsorten viele Tagestouristen zurückschicken. Zufahrtswege wurden gesperrt, unter anderem zum beliebten Waldhaus "Zum Engländer". Schon am Samstag ließen die Beamten rund 200 Autos nicht durch. Am Sonntag war es noch lebhafter: Die unterfränkische Polizei musste 700 Autos abweisen.

Dabei erhielten die Beamten der Polizeiinspektion Aschaffenburg Unterstützung von Kollegen aus Alzenau und den operativen Ergänzungsdiensten. Es gab kleinere Verkehrsbehinderungen, da der Andrang zu groß wurde, so die Polizei. Zu Verstößen gegen das Infektionsgesetz sei es aber nicht gekommen. Ein Ausflugslokal im Bereich der Polizeiinspektion Alzenau verkaufte alkoholische Getränke an Ausflügler, woraufhin der Verkauf unterbunden wurde.

An den Ausflugszielen in der bayerischen Rhön blieb es dagegen ruhig. Hier waren am Wochenende überwiegend lokale Tagestouristen unterwegs.

15-km-Regel sorgt für ruhiges Wochenende im Fichtelgebirge

Auch im Fichtelgebirge in Oberfranken war deutlich weniger los als sonst. Es war das erste Wochenende, an dem vielerorts auch in Franken die 15-Kilometer-Regel griff. Die Polizei war zu Kontrollen unterwegs, stellte aber nur sehr wenige Verstöße fest, wie es auf BR-Nachfrage hieß. Wilhelm Zapf von der Tourist Information Bischofsgrün ging davon aus, dass ungefähr ein Drittel der sonst üblichen Besucher an diesem Wochenende da waren. Auffällig: Viele Bamberger Nummernschilder seien zu sehen gewesen - was sicher auch daran liegt, dass die Stadt Bamberg momentan den niedrigsten Inzidenzwert Bayerns hat und sich somit nicht an die 15-Kilometer-Regel halten muss.

Die verschärften Corona-Regeln zeigten also offenbar Wirkung. Die Bayern waren am Wochenende weniger unterwegs. Das Fazit von Innenminister Joachim Herrmann: "Die 15-km-Regelung ist eine Situation, die sich insgesamt als ein maßvolles Instrument bewährt hat."

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