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Welche Städte und Gemeinden liegen über dem Signalwert und was bedeutet der Warnwert. Eine kurze Übersicht:

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Wo die Corona-Grenzwerte in Bayern derzeit überschritten werden

Kaufbeuren, Würzburg, Garmisch-Partenkirchen – mehrere bayerische Städte und Landkreise überschreiten derzeit mit ihren Werten die Corona-Obergrenze. Teilweise wurden deswegen die Beschränkungen wieder verschärft. Ein bayernweiter Überblick.

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Mehrere bayerische Städte und Landkreise haben den Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen teils deutlich überschritten: Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) liegt der Inzidenzwert für die Stadt Kaufbeuren nach dem Stand von Montagmorgen bei 75,18. Den kritischen Wert von 50 überschreiten laut LGL auch die Stadt Würzburg (69,6) und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen (55,39).

Weitere Regionen überschreiten den Frühwarnwert

Außerdem haben den Frühwarnwert von 35 laut LGL die Landkreise Würzburg mit 35,22 und Miesbach mit 36,1, die Stadt Nürnberg mit 36,65 und die Stadt München mit 39,62 überschritten. Noch höher liegen die Werte des Landkreises Unterallgäu (40,27) sowie der Stadt Rosenheim (45,8).

Dramatischstes Infektionsgeschehen in Kaufbeuren

Aufgrund eines lokalen Coronavirus-Ausbruchs in einem Alten- und Pflegeheim hat Kaufbeuren die Obergrenze am deutlichsten überschritten. Allerdings lässt sich der sogenannte Hotspot von Kaufbeuren ganz klar auf das Alten- und Pflegeheim eingrenzen, wo in den vergangenen Tagen 30 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden sind.

Für diese Menschen und ihre Kontaktpersonen, die man laut Oberbürgermeister Bosse auch leicht ausfindig machen konnte, gilt eine Quarantäne. Zudem werden Bewohner und Mitarbeiter dort engmaschig getestet. Damit kann man den Ausbruch oder die Infektion laut dem Oberbürgermeister gut und sicher eingrenzen. Folglich hätte es in seinen Augen keinen Sinn, etwa Schulen oder Kindergärten zu schließen. Entsprechend bleibt in Kaufbeuren, was die allgemeinen Corona-Maßnahmen angeht, alles erstmal beim Alten.

Würzburg verschärft Kontaktbeschränkungen

Anders als in Kaufbeuren werden in Würzburg nach Angaben der Stadt die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum verschärft. Seit Montag dürfen maximal fünf Personen als Gruppe unterwegs sein. Bislang lag die Obergrenze bei maximal zehn Personen. Ausgenommen von der Regelung sind aber Personen, die zum eigenen Hausstand gehören sowie Lebenspartner oder Familienangehörige, die einem anderen Hausstand angehören. Diese Beschränkung gelte auch bei Besuchen von Gastronomiebetrieben im Bereich der Stadt Würzburg. Auch ein Feierverbot auf öffentlichen Plätzen wurde erlassen.

Weiterhin muss das Würzburger Röntgen-Gymnasium zunächst bis Mittwoch geschlossen bleiben. Eine Lehrkraft und ein Schüler wurden positiv auf das Coronavirus getestet, zudem gibt es an der Schule mehrere Verdachtsfälle. Sämtliche Schüler und Mitarbeiter des Gymnasiums werden nun auf Corona getestet.

Warten auf Testergebnisse in Garmisch-Partenkirchen

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wird gespannt auf die Corona-Testergebnisse vom Wochenende gewartet. Laut LGL ist die Sieben-Tage Inzidenz auf 55,39 gestiegen. Dort soll sich eine junge Frau offenbar nicht an die Quarantäne-Regeln gehalten und sich stattdessen im Nachtleben vergnügt haben - nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen diese mutmaßliche "Superspreaderin". Es geht um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung. Übers Wochenende haben sich dort etwa 700 Menschen auf das Virus testen lassen. Somit könnte die Zahl der Corona-Infizierten heute noch weiter ansteigen, da die ersten Testergebnisse vom Wochenende erwartet werden.

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Kaufbeuren, Garmisch-Partenkirchen, Rosenheim und Würzburg: In diesen bayerischen Städten liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb einer Woche gerechnet auf 100.000 Einwohner über 50.

Virologin: Noch keine zweite Welle

Der sprunghafte Anstieg von Corona-Infektionen in Garmisch-Partenkirchen, Würzburg und Kaufbeuren ist aus Expertensicht noch keine zweite Welle. Das sagte die Virologen an der TU München, Ulrike Protzer im Interview mit der Rundschau im BR-Fernsehen. Von einer zweiten Welle könne man erst sprechen, wenn es in Richtung exponentielles Wachstum der Infektionszahlen gehe und davon sei man in Deutschland zum Glück derzeit noch entfernt.

Allgemein sei sie auch weiterhin der Meinung, dass der Großteil der Menschen bei den Corona-Maßnahmen gut mitmachten und sich der Gefahr weiter bewusst seien, so Protzer weiter. "Ich glaube, jeder hat sich im Sommer eine Verschnaufpause gegönnt und auch verdient. Wir haben wirklich super zusammengehalten", lobte die Virologin. Die Menschen hätten diese lockere Phase gebraucht, um Kraft für den Herbst zu sammeln, wo die Corona-Infektionen wieder zunehmen würden und auch andere Infektionen dazukämen.

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Prof. Ulrike Protzer, Virologin an der TU München, meint nicht, dass die zweite Corona-Welle schon da ist.

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