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Wo Click & Collect scheitert: Hochzeitsbranche leidet | BR24

© Nadine Hauk/BR-Mainfranken

Click & Collect: Was für einige Einzelhändler eine Rettung ist, funktioniert für den Braut-und Abendmodeladen Obitz in Würzburg nicht. Die gesamte Hochzeitsbranche kämpft im Corona-Lockdown ums Überleben.

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Wo Click & Collect scheitert: Hochzeitsbranche leidet

Click & Collect: Was für einige Einzelhändler eine Rettung ist, funktioniert für den Braut-und Abendmodeladen Obitz in Würzburg nicht. Die gesamte Hochzeitsbranche kämpft im Corona-Lockdown ums Überleben.

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Von
  • Silva Schreiner

Seit fünf Jahren ist Martina Mahlo Inhaberin des Braut- und Abendmodeladens Obitz in Würzburg. Corona stellt sie, wie viele andere Einzelhändler ebenso, vor eine enorme Herausforderung. Der Online-Handel ist für ihr Geschäft keine passende Lösung. Jetzt kämpft sie um die Wiedereröffnung ihres Geschäfts.

"Click & Collect" nicht umsetzbar

"Click & Collect" ist für Kunden eine Möglichkeit, ein Produkt online zu bestellen und anschließend im Geschäft abzuholen. Für einige Einzelhändler ist "Click & Collect" das eine Lösung, ihre Produkte doch noch an die Kunden zu bringen. Bei einem Braut-und Abendmodenladen sei das aber nicht möglich: "Die Kleider, die wir haben, sind sehr körpernah", so Mahlo, "sie müssen oft angepasst werden, die Träger gehoben, die Länge geändert werden, es wird viel individuelles noch hinzugefügt."

Kampf um Wiedereröffnung

Martina Mahlo will um ihre Wiedereröffnung kämpfen: Auf den sozialen Medien versucht sie, örtliche Politiker darauf aufmerksam zu machen, dass sich in dem Braut- und Abendmodeladen alle Hygieneregelungen einhalten lassen. "Wir haben Konzepte, wir können Einzeltermine wahrnehmen, wir haben sämtliche Sicherheiten, wir haben Platz", erklärt Mahlo, "andere Branchen dürfen öffnen, warum nicht auch wir?" Gemeinsam mit den Handelsverband Bayern haben sie und weitere Einzelhändler bereits Videobotschaften aufgenommen, die sich an Politiker richten sollten. Jegliche Bitten wurden jedoch nicht wahrgenommen. Aus diesem Grund sie mit dem Handelsverband jetzt in die Offensive gehen und klagen, damit die Geschäfte im März wieder öffnen dürfen.

Laden ist in der dritten Generation

Das Braut-und Abendmodegeschäft Obitz gibt es bereits seit 40 Jahren in Würzburg. Martina Mahlo hat es vor fünf Jahren übernommen und besitzt es in der dritten Generation, und will den Laden noch viele Jahre weiter führen. Doch Corona ist für sie existenzbedrohend: "Es geht ums Überleben, es geht um Leidenschaft, es geht um das, was wir uns aufgebaut haben." Seit der erneuten Schließung ihres Ladens im Zuge des zweiten Lockdowns im Dezember, hat Mahlo kein einziges Kleid mehr verkauft. Nicht nur ihr fehlt der tägliche Job: "Das ganze Team vermisst es, Menschen glücklich zu machen." Martina Mahlos größte Hoffnung wäre es, dass das Braut-und Abendmodengeschäft eine Sondergenehmigung bekäme, um wieder öffnen zu können.

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