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Wo Böllern in Bayern an Silvester verboten ist | BR24

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Silvesterfeuerwerk in München

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Wo Böllern in Bayern an Silvester verboten ist

Verletzte Menschen, verschmutzte Plätze, Lärm und Brandgefahr: Aus Sicherheitsgründen verbieten immer mehr Städte das private Böllern in der Innenstadt. Aber auch Schlösser und Burgen sind betroffen. Eine Übersicht.

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Die ersten Knaller werden oft schon mittags gezündet und bis in die Morgenstunden geht es weiter: Feuerwerk an Silvester wird für viele zur Belastung, ganz zu schweigen von der Brand- und Verletzungsgefahr. Deswegen fordern immer mehr Bürger die Abschaffung privater Feuerwerke, so auch Ursula Pils von der Bürgerinitiative Trudering. "Da amüsiert sich ein Teil der Bürger und die anderen leiden." An Silvester werden laut Umweltbundesamt rund 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt, was rund 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge entspricht. Viele Kinder sowie auch etliche Haus- und Wildtiere leiden unter der Lautstärke.

Doch das größte Problem sehen Städte und Gemeinden in der Brandgefahr für historische Bauwerke und dem Verletzungsrisiko für die Bürger. Auch deshalb gelten zur diesjährigen Silvesternacht in mehreren bayerischen Städten Böller-Verbote - allerdings nur in bestimmten Zonen.

Allgemeines Feuerwerk-Verbot um Kirchen, Krankenhäuser, Altersheime sowie um Burgen und Schlösser

Rund um die bayerischen Schlösser, Burgen und Residenzen dürfen keine Feuerwerkskörper abgebrannt werden, wie die Bayerische Schlösserverwaltung vor wenigen Tagen bekanntgab. Grund hierfür sei vor allem der Schutz der historischen Gebäude. Grundsätzlich gilt in allen Städten die sogenannte "Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz": Nur am 31. Dezember und am 1. Januar darf überhaupt Feuerwerk von jedermann entzündet werden, nie jedoch in der Nähe von Kirchen, Kliniken, Kinder- und Altersheimen sowie von besonders brandgefährdeten Gebäuden. Die Kommunen können zudem weitere Verbotszonen einrichten. Wer es trotzdem nicht lässt, muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen.

Hier eine Übersicht zu den Böller-Verboten in Bayern:

Oberbayern

Freising

In Freising wurde ein Feuerwerksverbot für die gesamte Innenstadt erlassen.

München

Die Stadt München hat Anträge von Bürgerinitiativen abgelehnt. Private Feuerwerke sind nach wie vor erlaubt, auch in der Innenstadt. Allerdings ist es rund um die Allianz Arena, das Grünwalder Stadion, am Dantestation sowie im Olympiapark verboten, Feuerwerkskörper zu zünden. Ebenso gilt das Verbot, das die Bayerische Schlösserverwaltung erlassen hat. Demzufolge ist Böllern, beispielsweise an der Residenz und am Schloss Nymphenburg, tabu. Unter dem Motto "Gemeinsam feiern und Gutes tun" plant die Gemeinde Haar im Münchner Osten ein professionelles Groß-Feuerwerk für alle im Sportpark Eglfing. Die Bürger werden gebeten, auf eigenes Feuerwerk zu verzichten und stattdessen das Geld für bedürftige Mitbürger zu spenden. Eigene Feuerwerkskörper mitzubringen und zu zünden, ist auf dem Veranstaltungsgelände verboten. Die Verletzungsgefahr bei einer solch großen Menschenmenge sei enorm, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeinde.

Kreuth im Tegernseer Tal

In Kreuth gibt es zwar kein explizites Verbot von Feuerwerkskörpern. Allerdings hat der Gemeinderat an die Bürger appelliert, sie sollten in diesem Jahr auf das Silvesterfeuerwerk verzichten. Das passe nicht zum Label "Bergsteigerdorf". Alternativ lädt die Gemeinde ab 22.30 Uhr auf die Wiese am Warmbad ein. Es gibt eine kleine Bewirtung und um Mitternacht eine Lasershow.

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In der oberbayerischen Gemeinde Kreuth sollen die Anwohner freiwillig auf Böller und Raketen zum Jahreswechsel verzichten.

Ramsau im Berchtesgadener Land

Die Gemeinde Ramsau im Berchtesgadener Land ist seit 2016 ein zertifiziertes Bergsteigerdorf und verzichtet seither auf Feuerwerke.

Mittelfranken

Fürth

Die Stadt Fürth hat in diesem Jahr erstmals gleich mehrere Schutzzonen für die Silvesternacht ausgewiesen. Dort dürfen keine Böller gezündet werden. Auch Gläser und Flaschen sind verboten. Das Böller- und Glasverbot gilt an der Fürther Freiheit, am Kohlenmarkt rund um das Rathaus und am Dreiherrenbrunnen. Es beginnt am Silvesternachmittag ab 17 Uhr und dauert bis zum 1. Januar um zwei Uhr. Wie Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) dem Bayerischen Rundfunk erklärte, erwartet die Stadt außergewöhnlich viele Gäste, die den Abschluss des 200-jährigen Stadtjubiläums feiern. Aus diesem Grund gibt es ein großes Sonderfeuerwerk der Stadt schon um 20.18 Uhr.

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Keine Böller, keine Gläser, keine Flaschen - und das an Silvester: Fürth weist dieses Jahr in der Innenstadt drei Schutzzonen aus.

Nürnberg

Bereits seit 2001 sind Feuerwerkskörper im Bereich der Burg tabu. Das Ordnungsamt hat nun einen weiteren Verbotsbereich rund um die Lorenzkirche festgelegt, nachdem diese in den vergangenen Jahren immer wieder gezielt beschossen worden war. Dieser Bereich werde von der Polizei besonders kontrolliert.

Unterfranken

Würzburg

Zwischen Alter Mainbrücke, Marktplatz, Augustinerstraße und Kiliansdom ist das Mitnehmen von Glasflaschen und Feuerwerk bereits seit 2003 verboten. Ebenso gilt die Verordnung der Bayerischen Schlösserverwaltung: In Würzburg betrifft das die Festung Marienberg und deren Anlage sowie den Platz vor der Residenz. Letzterer ist ab 22 Uhr gesperrt und steht dann auch als Parkplatz nicht mehr zur Verfügung.

Martkheidenfeld

Die Stadt Marktheidenfeld weist in einer Mitteilung darauf hin, dass Feuerwerk insbesondere in direkter Nähe zu Fachwerkhäusern verboten ist. Diese finden sich im gesamten Marktheidenfelder Altstadtbereich zwischen Luitpoldstraße und Mainufer sowie zwischen Mainbrücke und Lohgraben.

Lohr am Main

In der Altstadt von Lohr dürfen zum Schutz der Fachwerkhäuser keine Feuerwerkskörper abgebrannt werden. Das Verbot gilt für den Bereich zwischen dem Ottenhof im Norden, dem Fischerviertel im Osten, der Gerber- und Färbergasse im Süden und der Schlossgasse im Westen. Und auch im Umfeld der Valentinuskapelle darf kein Feuerwerkskörper entzündet werden.

Oberfranken

Bamberg

Schon seit einigen Jahren gilt zur Silvesternacht auf dem Bamberger Domplatz, dem Michaelsberg und der Altenburg ein Feuerwerksverbot. Die Stadt möchte durch diese Vorsichtsmaßnahme Brände verhindern und das Weltkulturerbe bewahren. Auch in unmittelbarer Nähe von historischen Kirchen dürfen keine Böller gezündet werden.

Niederbayern

Landshut

Die Stadt Landshut hat eine Verbotszone im Bereich des historischen Ensembles und der Einzeldenkmäler der Landshuter Innenstadt sowie auf der Burg Trausnitz eingerichtet. Dort dürfen keinerlei Feuerwerkskörper abgebrannt werden.

Straubing

Wie schon in den letzten beiden Jahren sind auch dieses Jahr an Silvester in der historischen Innenstadt von Straubing Böller und Raketen verboten. Dafür organisiert das Stadtmarketing zum zweiten Mal eine große Licht- und Lasershow auf dem Theresienplatz zwischen Tiburtiusbrunnen und Stadtturm. Wie Stadtmarketingsprecher Matthias Reisinger dem Bayerischen Rundfunk mitgeteilt hat, wird nach dem Erfolg im letzten Jahr mit gut 3.000 Besuchern, dieses Jahr aufgestockt: Sowohl bei den Essens- und Getränkeständen, als auch beim Sicherheitspersonal. Die Warm Up-Party, bei der ein DJ auflegt, beginnt um 21 Uhr. Ab 0:00 Uhr startet eine Licht- und Lasershow, die etwa 20 Minuten dauern wird. Ein Böller-Verbot gab es in Straubing erstmals 2016, vor allem als Reaktion auf den verheerenden Rathausbrand in der Innenstadt.

Oberpfalz

Regensburg

Seit mehreren Jahren ist die Steinerne Brücke in Regensburg an Silvester gesperrt, ebenso ein kilometerlanges Areal an der Donau zwischen Eisernem Steg und der Eisernen Brücke. Auf und unterhalb der Brücke sei es vor einigen Jahren zu solch einem Gedränge gekommen, dass Menschen durch Feuerwerk und Glasscherben verletzt worden seien.

Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf

Auch für die Walhalla gilt das Böller- und Raketen-Verbot, das die Bayerische Schlösserverwaltung angeordnet hat. Die Zufahrtsstraßen zur Walhalla sind in der Nacht vom 31.12. auf den 1.1. in der Zeit von 18 Uhr bis 8 Uhr gesperrt. Zudem ist ein Sicherheitsdienst im Einsatz. Durch ihre Bauweise mit der Freitreppe und der damit verbundenen Absturzgefahr berge die Walhalla ein Gefährdungspotenzial, wie die Pressesprecherin der Schlossverwaltung Franziska Wimberger erklärte.

Schwaben

Augsburg

Die Stadt Augsburg hatte bereits im Vorjahr eine Schutzzone im Bereich der Innenstadt eingerichtet. Diese gilt auch heuer. Dort ist das Mitführen und Abbrennen von Pyrotechnik, die Mitnahme von Glasflaschen, Bierkrügen sowie anderer potenziell gefährlicher Gegenstände verboten. Das Besondere: Die Verordnung gilt nicht nur an Silvester, sondern das ganze Jahr - und hat eine Gültigkeit von 20 Jahren.

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Wie groß ist die Feinstaubbelastung an Silvester? #fragBR24