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Wo berühmte Bergsteiger für immer ruhen | BR24

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Allerseelen ist in der christlichen Tradition der Gedenktag für die Verstorbenen. Manche Friedhöfe sind aber auch so einen Besuch wert - wie der in Ramsau: Dort findet man Gräber berühmter Bergsteiger.

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Wo berühmte Bergsteiger für immer ruhen

Allerseelen ist in der christlichen Tradition der Gedenktag für die Verstorbenen. Gläubige besuchen die Gräber ihrer Angehörigen. Manche Friedhöfe sind aber auch so einen Besuch wert - wie der in Ramsau: Dort findet man Gräber berühmter Bergsteiger.

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Der 2. November, der Tag nach Allerheiligen, wird Allerseelen genannt. Traditionell ist das der Tag, an dem viele Menschen die Gräber ihrer Angehörigen besuchen und eine Kerze anzünden. Allerseelen ist in der christlich-katholischen Tradition der zentrale Gedenktag für die Verstorbenen.

Tradition: Gräberbesuch an Allerseelen

Gräberbesuch an Allerseelen - im Bergsteigerdorf Ramsau im Berchtesgadener Land wird diese Tradition noch heute gepflegt. Auch wer dort keine Angehörigen liegen hat, für den lohnt sich ein Besuch des Ramsauer Friedhofs: Mit Blick auf den Watzmann, sozusagen, liegen hier bekannte deutsche Bergsteiger begraben. Auch Johann Grill, Erstbezwinger der Watzmann-Ostwand im Jahr 1881. Bereits vor über 100 Jahren verstorben, ist er nicht vergessen. Eine Kerze brennt auf seinem Grab.

Seit 1658 gibt es den Ramsauer Friedhof vor der Pfarrkirche St. Sebastian. Heute ist der Friedhof denkmalgeschützt. Neben Johann Grill wird hier noch weiterer berühmter Bergsteiger gedacht. Zum Beispiel Hermann Buhl, der Erstbesteiger des Nanga Parbat (8125 Meter) 1953 und der Erstbesteiger des Broad Peak (8051 Meter) 1957, zwei der höchsten Berge im Himalaya. Eine Gedenktafel erinnert an ihn, denn seine Leiche ist im Himalaya verschollen.

Gedenken an die Toten wird in der Stadt immer seltener

Buhls Frau lebt hochbetagt noch im Berchtesgadener Land. Nicht nur sie, auch andere Ramsauer Witwen kommen regelmäßig zum Friedhof: "Es wird angepflanzt und ein Lichtlein drauf, ein bisschen muss man schon an die Verstorbenen denken, ein bisschen schon", erzählt eine ältere Dame.

Was in Ramsau noch selbstverständlich ist, das Gedenken an die Toten an Allerseelen, ist in Städten eine immer seltenere Familientradition. Fritz Rasp kann sich das nicht vorstellen, dass man nicht zum Grab der Angehörigen geht. "Ist ja klar, dass man aufs Grab geht, das ist seit Jahrhunderten so, ich kenn' es nicht anders, muss ich sagen", sagt der Ramsauer.

Fotomotiv: Friedhof mit Ausblick

Der von Bergen umgebene Friedhof mit der Kirche St. Sebastian, die man von unzähligen Kalenderbildern und Postkarten kennt, ist in jedem Fall einen Besuch wert. Auch wenn man hier nicht die Gräber der eigenen Angehörigen besucht. So ist der Blick von der Ramsauer Ache zur Kirche und zum Friedhof ein Muss für jeden Hobbyfotografen.