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Wald (Symbolbild)

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    Wittelsbacher Ausgleichsfonds klagt gegen Betretungsverbot

    In einem Waldstück bei Neuburg wurden immer wieder Blindgänger gefunden, die Stadt erließ ein Betretungsverbot. Die meisten Waldbesitzer haben ihre Flächen danach absuchen lassen. Der Wittelsbacher Ausgleichsfond aber zieht vor Gericht.

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    Vor zwei Jahren suchte die Polizei die Wälder rund um Zell bei Neuburg an der Donau mit Metalldetektoren ab. Die Beamten waren damals auf der Suche nach dem Handy der ermordeten zwölfjährigen Franziska. Das Handy wurde nicht gefunden, dafür aber zahlreiche Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Daraufhin erließ die Stadt Neuburg für den stadteigenen Teil des Waldes ein Betretungsverbot, in der Folge wurden weitere Bomben gefunden, sodass das Betretungsverbot auch für andere Waldstücke erlassen wurde.

    Gilt Vertretungsverbot auch für Räumkommando?

    Etliche Privatbesitzer haben seitdem einen Kampfmittelräumdienst beauftragt, ihre Wälder zu durchsuchen, um so das Betretungsverbot aufzuheben. Nicht so der Wittelsbacher Ausgleichsfonds für sein 140 Hektar großes Waldstück.

    Dieser will jetzt gerichtlich klären lassen, ob das Betretungsverbot auch verhältnismäßig ist - und ob es womöglich auch für den Kampfmittelräumdienst gilt, denn dann könne der Wald ja gar nicht nach Blindgängern durchsucht werden. Gespräche mit den zuständigen Behörden reichen dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds offenbar nicht aus, er will eine offizielle gerichtliche Beurteilung der Lage.

    Standort der "Wunderwaffe"

    Der Grund, warum immer noch so viele Bomben bei Neuburg gefunden werden, geht auf eine von Hitlers "Wunderwaffen" zurück - die Messerschmitt Me 262, das erste in Serie gebaute Flugzeug der Welt mit Strahltriebwerken. Am Flugplatz bei Zell war der Nazi-Düsenjäger stationiert, die Alliierten warfen über 800 Tonnen Spreng- und Splitterbomben auf das Areal ab. Fotos von damals zeigen eine mit Kratern übersäte Mondlandschaft.

    Erst vor wenigen Tagen waren auf dem Gelände gleich sieben Blindgänger gefunden und entschärft worden. Die Sondierung hatte neben einer 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe noch sechs Splitterbomben von jeweils neun Kilogramm Gewicht ans Tageslicht gebracht.