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Wisent-Kuh Stalera aus Straubing wird in Rumänien ausgewildert | BR24

© Thomas Hennig – Wisentgehege Springe

Wisent Stalera wird voraussichtlich im kommenden Jahr in Rumänien ausgewildert. Sie wurde im Straubinger Zoo geboren.

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    Wisent-Kuh Stalera aus Straubing wird in Rumänien ausgewildert

    Ein Wisent aus dem Straubinger Tiergarten wird künftig die Prärie in Rumänien besiedeln. Das gab der Zoo bekannt. Jetzt wird die Kuh Stalera aus Niederbayern erstmal ein Jahr lang auf ihre Auswilderung durch den WWF vorbereitet.

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    Die Auswilderung des niederbayerischen Wisent Stalera soll im Wisent-Gehege Springe in Niedersachsen stattfinden. Experten stellen dort eine Auswilderungsgruppe mit Wisenten aus zoologischen Einrichtungen in Deutschland zusammen. Diese Auswilderungsgruppen werden später dann alle zusammen nach Rumänien gebracht. So haben die Tiere fast ein Jahr Zeit, sich gegenseitig kennen zu lernen und bereits eine kleine Herde zu bilden. Das bringt viele Vorteile bei der Auswilderung in Rumänien mit sich, da Wisente als Herde eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit in der freien Natur haben als Einzeltiere.

    Wisente im Straubinger Tiergarten

    Dieses Jahr wurden bereits sieben Wisente als Auswilderungsgruppe von Springe nach Rumänien gebracht. Im Straubinger Tiergarten werden Wisente schon seit Jahrzehnten im Tiergarten gehalten. Normalerweise werden Jungtiere vom Zuchtbuchkoordinator an andere zoologische Einrichtungen vermittelt, die sich an der Erhaltungszucht beteiligen.

    Niederbayerische Stalera darf nach Rumänien

    Anders war es diesmal bei Stalera, einer Wisent-Kuh, die vor fast genau einem Jahr im Tiergarten Straubing geboren wurde. Stalera wird voraussichtlich im kommenden Jahr in Rumänien ausgewildert. Sie wurde für das große Auswilderungsprojekt in den rumänischen Karpaten auserwählt. Dort streifen bereits 40 bis 50 Wisente umher. 2018 wurden die ersten Tiere dort hingebracht.

    Die Landschaft ist geprägt von Bergen und Tälern. Gemischte Laubwälder, in denen Buchen, Birken, Eichen, Robinien und in der Strauchschicht sehr viel Hasel wachsen, bieten einen geeigneten Lebensraum für Wisente und Nahrung im Überfluss über das gesamte Jahr.

    500.000 Fußballfelder für Stalera

    Das eigentliche Projektgebiet ist ein EU-Natura-2000-Gebiet. Angrenzend befinden sich zwei Nationalparks. Insgesamt steht den ausgewilderten Wisenten potenziell eine Fläche von 300.000 Hektar zur Verfügung. Das entspricht der Größe von fast 500.000 Fußballfeldern. Diese Fläche brauchen die Tiere auch, da sie anders als im Tiergarten Straubing nicht täglich Gras, Heu und Kraftfutter gereicht bekommen, sondern sich selbstständig darum kümmern müssen, wo sie genug Futter finden.

    In den ursprünglichen Wäldern der Karpaten sind die Wisente nicht alleine, da in den Wäldern Mitteleuropas die großen Beutegreifer Luchs, Wolf und Bär frei leben.

    💡 Was ist Natura-2000?

    In der EU gelten strenge Naturschutzvorschriften. Sie betreffen vor allem das "Natura-2000"-Netz: 26.000 Naturschutzgebiete, die ein Fünftel der Landmasse der EU abdecken. Natura 2000 ist das weltweit größte Netz dieser Art und bietet lebenswichtigen Schutz für die am meisten gefährdeten Arten und Lebensräume Europas.