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Wirteverband befürwortet spezielle Lockerungen für Geimpfte | BR24

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Wegen Corona geschlossene Gaststätte (Symbolbild).

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Wirteverband befürwortet spezielle Lockerungen für Geimpfte

Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband kann sich gelockerte Zutritts-Regeln für geimpfte Gäste gut vorstellen. Auch Kindergärten verlangten schließlich Impfungen. Seitens der Politk wird das größtenteils anders gesehen.

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  • BR24 Redaktion

Wenn 50 Menschen in einem Gasthaus zusammen feiern wollten "und alle geimpft sind, warum nicht?", sagte die Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Angela Inselkammer in München: "Ich würde da relativ pragmatisch vorgehen."

Inselkammer verwies auf die wirtschaftliche Notlage, in der sich viele Gastbetriebe befänden. Viele Wirte hätten schon ihre gesamten Ersparnisse samt Altersvorsorge eingesetzt und sich verschuldet, "57 Prozent der Betriebe sehen sich in ihrer Existenz gefährdet", sagte Inselkammer: "Die Not ist brutal." Die Wirte vertrauten voll auf die Zusage der Bundesregierung, mit den November- und Dezemberhilfen 75 Prozent des entgangenen Umsatzes ersetzt zu bekommen - hätten bislang aber noch "keine wesentlichen Zahlungen erhalten".

Für die Bundesjustizministerin verbieten sich Privilegien

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hält Privilegien für Menschen mit Corona-Impfung derzeit hingegen für falsch. Es sei nicht einmal klar, ob die Impfung auch vor der Weitergabe der Infektion durch den Geimpften schütze, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur: "Allein deshalb verbieten sich gegenwärtig Privilegien für Geimpfte." Solange nicht allen ein Impfangebot gemacht werden könne, sei es "ein Gebot der Fairness und der Solidarität, Sonderrechte weder einzufordern noch anzubieten."

Auch der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans sprach sich gegen Privilegien für bereits Geimpfte aus. "Bis eine ausreichende Zahl von Menschen geimpft ist, sollten die Regeln für alle gleich sein", sagte Walter-Borjans dem "Tagesspiegel": "Es wäre falsch, Menschen zu bevorteilen, weil sie früher an der Reihe waren als andere, zumal noch nicht einmal gesichert ist, ob von Geimpften keinerlei Ansteckungsgefahr mehr ausgeht."

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"Wenn 30 Prozent nicht geimpft und 70 Prozent geimpft sind, dann ist die Pandemie vorbei", so Ethik-Experte Julian Nida-Rümelin. Es sei problematisch, wenn diejenigen, die derzeit noch nicht geimpft sind, Vorteile hätten gegenüber den Nichtgeimpften.