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Wirte in Bayern warten auf Corona-Hilfe vom Staat | BR24

© pa/dpa

Leere Tische in einem Biergarten (Symbolbild)

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    Wirte in Bayern warten auf Corona-Hilfe vom Staat

    Der Bund hat Wirten Milliarden-Hilfen versprochen. Aber die Auszahlung dauert. Und so warten die Wirte. Sie hoffen auf baldige Unterstützung. Eindrücke aus dem Landkreis Rosenheim.

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    Fast drei Viertel aller Wirte in Deutschland fürchten durch die Corona-bedingten Schließungen um ihre Existenz. Das hat eine Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbandes ergeben. Eigentlich sollten die sogenannten Novemberhilfen allen durch die Beschränkungen helfen, die jetzt schließen müssen – auch den Gastronomen. Über zehn Milliarden Euro wollte der Bund verteilen. Doch die Verteilung braucht Vorbereitung, während die Wirte weiter Rechnungen bezahlen müssen.

    So geht es auch Wirtsleuten im Landkreis Rosenheim. Sie rechnen mit erheblichen Einschnitten. Eines der beiden Autos müsse sicher weg, rechnet Martina Wenzel vor. Kredite seien auch keine Lösung, die würden Kosten nur nach hinten verschieben. Also müssen Wenzel und ihr Lebensgefährte Michael Scholl eben ans Privatvermögen ran. Die beiden betreiben das Café "Altbacken" in Stephanskirchen. Die einzigen Einnahmen, die sie gerade haben, kommen aus dem Verkauf von Kuchen und Torten zum Mitnehmen – viel zu wenig, um die laufenden Kosten zu decken.

    Schnell, unbürokratisch - und doch zu langsam

    Michael Scholl hatte auf die Entschädigung vom Bund gehofft. Schnell sollte die kommen, hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz versprochen, und unbürokratisch. Aber während es im Ministerium heißt, es werde mit Hochdruck programmiert, um das Portal freizuschalten, auf dem die Gastronomen die Hilfe beantragen zu können, laufen bei Michael Scholl weiter die Rechnungen ein.

    "Das wird alles ganz knapp. Und das ist das, was ich der Politik ein bisschen zum Vorwurf mache, erst sagen: schnell, schnell, schnell, wir machen das und wir helfen euch, und dann, sag ich mal, fünf Wochen jemanden auf dem Trockenen sitzen zu lassen, das ist schon heftig." Michael Scholl, Café-Betreiber

    Novemberhilfe im Dezember?

    Beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband hört man, dass es am 25. November so weit sein soll – ab dann könnten die Steuerberater der Wirte die Hilfen beantragen. Café-Betreiber Michael Scholl rechnet vor: der 25. sei ein Mittwoch, am Anfang würden das System und die Bearbeiter natürlich überlastet sein, weil alle die Hilfen beantragten. Dann komme ein Wochenende. Bis das Geld bei ihm ankomme, werde es womöglich Dezember. Aber Scholl soll am Monatsende Rechnungen und Pacht bezahlen.

    Für die Bearbeitung zuständig ist in Bayern voraussichtlich die Industrie- und Handelskammer, die schon bei der Überbrückungshilfe mit eingebunden ist. Aber reicht der versprochene Milliarden-Betrag für die Wirte? Schon ist absehbar, dass der Lockdown verlängert werden könnte – damit rechnet jedenfalls Café-Betreiber Michael Scholl. Er glaubt, dass die Maßnahmen noch bis mindestens Mitte Dezember weitergehen werden. Das Weihnachtsgeschäft sei für ihn dann auch noch weg.

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