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Wird das Nördlinger Ries ein Unesco-Geopark? | BR24

© pa/dpa/Stefan Puchner

Blick auf Nördlingen vom Kraterrand aus

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Wird das Nördlinger Ries ein Unesco-Geopark?

Der Meteoritenkrater des Nördlinger Ries lockt schon seit 2006 Touristen mit dem Label Geopark. Jetzt soll der auch noch das Zertifikat der Unesco dazu kommen. Heute wird bekannt gegeben, ob das Ries Unesco-Geopark wird.

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Die Wieskirche in Steingaden, die Altstadt von Bamberg oder die Residenz in Würzburg werden jedes Jahr auch deshalb von tausenden Touristen besucht, weil sie von der Unesco ausgezeichnet wurden. Seit einigen Jahren versieht die Unesco neben Welterbestätten und Biosphärenreservaten auch Geoparks mit ihrem Label.

Bekanntgabe in Harburg

Auch das Nördlinger Ries möchte zu diesen "Unesco Global Geoparks" gehören. Die Bewerbung läuft schon länger. Nun will die Unesco-Kommission in Harburg im Landkreis Donau-Ries bekannt geben, ob der Meteoritenkrater den Titel bekommt.

Nördlinger Ries seit 2006 als Geopark zertifiziert

Wegen seiner geologischen Besonderheiten wurde das Nördlinger Ries schon 2006 als Geopark zertifiziert. Das Ziel: Besucher in die Region bringen, bei Führungen über deren Geologie informieren und einen touristischen Nutzen daraus ziehen. Mit der Bewerbung um das Prädikat "Unesco-Geopark" will der Trägerverein des Geopark Ries nun noch weiter von den geologischen Gegebenheiten profitieren und deutlich mehr Besucher in die Region locken.

Bislang kein Unesco-Geopark in Bayern

Denn wer Unesco-Geopark werden will, muss nicht nur geologisch besonders sein, sondern auch touristische Infrastruktur bieten. Außerdem sollen in den Regionen Forschungen durchgeführt werden und viele Menschen in der Region müssen sich mit dem Geopark identifizieren.

Die Bewerbung sei aufwendig und kompliziert, so der Geschäftsführer des Geopark Ries, Günther Zwerger. Man habe in den letzten Monaten viel Aufwand in die Ausarbeitung gesteckt. Im Sommer letzten Jahres war außerdem eine Jury der Unesco im Ries unterwegs. Weltweit gibt es bislang 140 Geoparks in 38 Staaten. Sechs davon liegen in Deutschland – Bayern ging bislang leer aus.

Meteoritenkrater ist weltweit bekannt

Weil der Meteoritenkrater so außergewöhnlich ist, rechnet sich Günther Zwerger gute Chancen aus. Tatsächlich ist das Nördlinger Ries Geologen weltweit ein Begriff. Vor rund 15 Millionen Jahren schlug ein ein Kilometer großer Asteroid mit einer Geschwindigkeit von 70.000 Stundenkilometern ins Ries ein.

Er hinterließ einen Einschlagskrater mit 20 Kilometern Durchmesser, der bis heute die Landschaft prägt. Weltweit ist das Ries einer der am besten erhaltenen Impaktkrater. Durch den enormen Druck und die extrem hohen Temperaturen entstanden im Ries Gesteine, die man sonst fast nirgends auf der Welt findet.