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Wirbel um vermeintlich rechten Post von Landshuter CSU-Mitglied | BR24

© BR/Kathrin Unverdorben

Wirbel um vermeintlich rechten Post von Landshuter CSU-Mitglied

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Wirbel um vermeintlich rechten Post von Landshuter CSU-Mitglied

Der Landshuter CSU-Stadtrat Wilhelm Hess hat mit einem Post auf Facebook eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Er hatte ein Foto mit rechtsradikalem Text auf seiner Seite geteilt. Auf BR-Anfrage erklärte Hess, er hätte das Foto lediglich kommentiert.

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Über den Landshuter CSU-Politiker Wilhelm Hess bricht gerade ein Shitstorm herein. Der Grund ist ein rechtsradikaler Facebookpost auf seiner Seite. Der Politiker verteidigte sich im BR: Er habe das Bild gar nicht geteilt, sondern kommentiert und wollte damit genau das Gegenteil ausdrücken.

Facebookpost mit rechtem Inhalt

Auf dem Profil von Hess war ein Bild zu sehen, das er von einer anderen Seite übernommen hatte: Neben einem jungen Mann, der wie ein Mitglied der Hitlerjugend aussieht, steht geschrieben: "Deutscher zu sein heißt, dass deutsches Blut durch deine Adern fließt! Und nicht, weil es irgend ein Volldepp in deinen Ausweis getippt hat!" Andere Facebook-User hatten das Bild entdeckt und empört Screenshots davon verteilt.

Hess verteidigt sich

Auf BR-Anfrage äußert sich Willi Hess zu diesem Vorfall. Er erklärt, er hätte das Bild nicht geteilt, sondern darunter folgenden Kommentar gepostet: "Woher haben die 1871 so viele Bluttransfusionen gehabt und woher kamen die vielen Blutspender?" Damit habe er auf die Gründung des Deutschen Kaiserreichs anspielen wollen und sich nach eigenen Angaben darüber lustig gemacht, dass über "deutsches Blut" gesprochen wird. So etwas gäbe es nachweislich nicht, sagte Hess weiter im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk.

Hess erklärte, rechtes Gedankengut sei ihm absolut fremd. Der Kommentar wurde laut Hess aber nicht überall angezeigt. Auf Facebook hätten ihn darauf auch schon Nutzer aufmerksam gemacht.

Screenshots werden nach wie vor verbreitet

Mittlerweile hat Hess das Bild gelöscht. Trotzdem werden weiter Screenshots verbreitet, Nutzer fordern rechtliche Konsequenzen wie ein Parteiausschlussverfahren.

Rudolf Schnur, der Fraktionsvorsitzende der CSU im Landshuter Stadtrat, verteidigte seinen Parteikollegen. Im Gespräch mit dem BR erklärte Schnur, dass er Hess seit Jahrzehnten kenne. Er könne sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Hess rechtes Gedankengut gut heißt oder gar verbreitet. Die heftigen Reaktionen im Internet und der Shitstorm würden ihn befremden, sagte Schnur.