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"Wir sind keine Romantiker" - Granitbahn wird reaktiviert | BR24

© BR/Martin Gruber

Ein Förderverein kümmert sich um die Reaktivierung der Granitbahn Passau-Hauzenberg. Seit 2002 steht die alte Bahnstrecke still.

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"Wir sind keine Romantiker" - Granitbahn wird reaktiviert

Die Granitbahn, eine uralte Bahnstrecke zwischen Passau und Hauzenberg, liegt seit 2002 still. Der Förderverein kämpft für die Reaktivierung. Im August wird der erste Abschnitt in Betrieb genommen. In zwei Jahren könnte der Zug bis Hauzenberg fahren.

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Im Jahr 2002 ist zum letzten Mal ein Zug gefahren - auf der Granitbahn zwischen Passau und Hauzenberg. Nach einem Hochwasser ging nichts mehr. Doch jetzt soll die Granitbahn bald ein Comeback feiern. Das ist zumindest das Ziel von Heidi Bauer und Heribert Götzer vom Förderverein Lokalbahn. Ab August soll der erste Abschnitt im Passauer Stadtteil Innstadt befahrbar sein. In zwei Jahren könnte dann vielleicht schon die 25 Kilometer lange Strecke bis Hauzenberg reaktiviert werden.

Freiwillige Helfer legen die Gleise frei

Heidi Bauer und Heribert Götzer kämpfen für die Reaktivierung, obwohl sie von manchen für "ein bisschen verrückt" erklärt werden. "Es hat so viele Menschen gegeben, die für verrückt erklärt wurden und Visionen hatten. Und die Visionen von damals sind heute Realität", meint Heidi Bauer. Dafür opfern sie und ihre Mitstreiter ihre Freizeit, verbringen viele Stunden an den Gleisen, entfernen Müll, Unkraut, Grünzeug und Bäume. Denn die Gleise waren teilweise gar nicht mehr sichtbar.

Traumstrecke durch die Natur

Für Heidi Bauer ist die Granitbahn eine Traumstrecke: Sie fährt am Staffelbach und an der Erlau entlang, über die denkmalgeschützten Steinbrücken. Die Landeseisenbahnaufsichtsbehörde hat den Streckenabschnitt in der Innstadt inspiziert. Die Weiche an der Spitzkehre ist soweit funktionsfähig.

Förderverein plant "Stadtbahn-Konzept"

Bis die Frauen und Männer des Fördervereins die Reaktivierung einer uralten Bahn erreicht haben, war es ein langer Kampf: "Es wird für Autoprojekte Millionen ausgegeben. Und hier lässt man Infrastruktur stilllegen, die Potential für die Entlastung des Verkehrs hätte", sagt Heribert Götzer.

Heidi Bauer schwebt ein "Stadtbahn-Konzept" mit modernen Zügen vor. Die Innstädter haben unterschiedliche Meinungen: Lohnt sich die Reaktivierung der Granitbahn überhaupt? Nützt sie dem Tourismus und der Bevölkerung?

Granitbahn als Touristenattraktion

Einer der bekanntesten Innstädter Bürger sieht die Granitbahn positiv: Schauspieler Sigi Zimmerschied findet, dass die Bahn gut ins Stadtbild passen würde. Auch Hauzenbergs Bürgermeisterin Gudrun Donaubauer (parteilos) glaubt, dass die Bahn eine tolle Touristenattraktion wäre. "Uns ist natürlich auch bewusst, dass - bis die Bahn wieder in Hauzenberg ankommt - noch einige Hürden zu überwinden sind", sagt sie.

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