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"Wir haben Platz" - Augsburg demonstriert für Flüchtlinge | BR24

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Nach dem Großbrand in einem griechischen Flüchtlingslager sind auch in Augsburg am Samstagnachmittag etwa 120 Menschen auf die Straße gegangen. Sie forderten, die Migranten in Deutschland aufzunehmen.

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"Wir haben Platz" - Augsburg demonstriert für Flüchtlinge

Unter dem Motto "Evakuiert Moria – Wir haben Platz" demonstrierten in Augsburg etwa 120 Menschen für die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria. Scharfe Kritik übten Redner an Bundesinnenminister Horst Seehofer.

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Rund 120 Menschen waren gestern Abend auf den Elias-Holl-Platz unterhalb des Augsburger Rathauses gekommen, um für die Aufnahme von Aufnahme von Flüchtlingen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos zu demonstrieren. Sie forderten sofortige Hilfe für die Menschen und übten Kritik an der Bundesregierung, die eine Blockadepolitik betreibe. Aufgerufen zu der kurzfristig organisierten Demonstration hatten mehr als 25 Organisationen aus der Stadt, unter ihnen das Jüdische Museum Augsburg, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und Amnesty International.  

Kritik: der Bund ist der Störfaktor

Simon Goebel vom Augsburger Flüchtlingsrat attackierte in seiner Rede bei der Kundgebung Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) scharf. Dieser stehe für alle, die eine repressive Asylpolitik rechtfertigten. Dem auch von Seehofer immer wieder geäußerten Mantra "2015 darf sich nicht wiederholen" müsse man sich entgegenstellen. 

Stefan Wagner von der Stadtratsfraktion der Grünen sagte, im Moment sei der Bund der Störfaktor, während auch konservative Politiker und viele Kommunen bereit wären, Asylsuchende aus Moria aufzunehmen. Die Augsburger Ärztin Maria Möller, die vor einigen Monaten noch im Lager Moria tätig war, kritisierte, man hätte viel früher schon helfen müssen. Die Menschen im Lager seien unterernährt, psychisch destabilisiert und ohne Perspektive.

© BR/Angelika Schneiderat

Augsburger demonstrieren für Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria

Augsburg habe das Wissen, die Kenntnisse und engagierte Freiwillige für die Flüchtlingsaufnahme, erklärte Gabriele Opas vom Freiwilligenzentrum bei der Kundgebung. Auch Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) hatte bereits am Donnerstag die Bereitschaft der Stadt erklärt, Flüchtlinge aufzunehmen. Weil Augsburg als Kommune aber nicht selbstständig tätig werden kann, hatte sie sich an Ministerpräsident Markus Söder und Bundesinnenminister Horst Seehofer gewandt.

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