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Winzer und Obstbauern befürchten Frostschäden | BR24

© Jürgen Gläser BR

Feuertonnen soll die schlimmsten Frostschäden im Weinberg verhindern

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    Winzer und Obstbauern befürchten Frostschäden

    Winzer und Obstbauern in Mainfranken haben eine schlaflose Nacht hinter sich. Wegen Temperaturen um die Null Grad am frühen Morgen fürchten sie, dass es zu irreparablen Spätfrost-Schäden gekommen ist. Wie hoch das Ausmaß ist, sehe man erst später.

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    Bei Hermann Mengler, dem Weinbau-Fachberater vom Bezirk Unterfranken, in Mainstockheim waren es in der Nacht Minus 2 Grad. Winzer Christian Müller in Volkach vermutet, dass es bis zu Minus 5 Grad in der Nacht waren. Ob die Rebstöcke Schaden genommen haben, sehe man erst, wenn die Blätter braun werden, so der Winzer.

    Auch die unterfränkischen Obstbauern befürchten, dass ihr Obst Schäden davontragen könnte. Obstbauer Felix Pfaff vom Rohrgrundhof in Schöllkrippen im Landkreis Aschaffenburg macht sich große Sorgen um seine Äpfel. Bei dem Frost an Ostern sind bereits 50 Prozent der Blüten erfroren. Zwar stehen die Äpfel nicht mehr in der Blüte, doch die mittlerweile fast einen Zentimeter großen Früchte könnten Frostschäden erleiden.

    Entscheidend ist die Frostdauer

    "Das hängt immer davon ab, wie lange der Frost anhält", sagt Pfaff. Hält der Frost nur eine Stunde an, ist das nicht so schlimm. Sind die Früchte aber mehrere Stunden lang Minusgraden ausgesetzt, kann ein großer Schaden entstehen. Auch um seine Erdbeeren sorgt sich der Obstbauer. Um die Früchte vor Bodenfrost zu schützen, deckt er das Erdbeerfeld mit Vlies ab. Erdbeeren abzudecken empfiehlt auch Thomas Riehl vom Verein Fränkische Obstbauern in Kitzingen. Denn der gemeldete Frost sei in erster Linie für bodennahe Früchte wie Erdbeeren kritisch, sagt er.

    Jahresernte steht auf dem Spiel

    Beim Baum-Obst hänge es davon ab, wie kalt es tatsächlich werde. "Da kommt es auf Zehntelgrade an", sagt Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim im Landkreis Würzburg. Außerdem hänge es stark von der Lage ab. Um geschützte Bereiche macht sich Scheu-Helgert wenig Sorgen. Auch Rainer Böhm vom Obsthof Böhm in Dettelbach im Landkreis Kitzingen ist optimistisch. Er rechnet nur mit leichtem Bodenfrost und geht nicht davon aus, dass große Schäden entstehen. "Der Himmel ist bedeckt. Eine klare Nacht wäre kälter", sagt Böhm. Die Frostnächte Anfang April seien deutlich schlimmer gewesen: "Da haben die Apfelbäume noch geblüht."

    © Hermann Mengler

    Minus zwei Grad hatte es heute Nacht in Mainstockheim im Landkreis Kitzingen.

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