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Winzer starten Benefizaktion für Würzburger Frauen-Einrichtungen | BR24

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Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen starten zwölf fränkische Winzer eine Benefizaktion. (Symbolbild)

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    Winzer starten Benefizaktion für Würzburger Frauen-Einrichtungen

    Wein für den guten Zweck: Zwölf junge Winzer aus Franken wollen bei einer Benefizaktion Geld sammeln. Die Spenden gehen nach Würzburg, an Hilfseinrichtungen für Frauen, die Gewalt erlebt haben. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind dort sichtbar.

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    Von
    • Jürgen Gläser

    Mit ihrer Aktion wollen sie ein Zeichen setzen. Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen starten zwölf fränkische Winzer eine Benefizaktion. Die Erlöse gehen an das Frauenhaus des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF) und den Verein Wildwasser, er setzt sich gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen ein.

    Zwei Weinpakete zur Auswahl

    Organisiert wird die Aktion von der fränkischen Jungwinzertruppe "ETHOS". Jeder der zwölf Winzer der Gruppe stellt dafür einen Wein aus seinem Sortiment zur Verfügung. Daraus stellen sie zwei verschiedene Pakete zusammen, die sie verkaufen. Insgesamt gibt es 100 Pakete. Der Reinerlös geht komplett an die beiden Einrichtungen.

    Winzer wollen auf Gewalt hinweisen

    Die Idee zur Aktion kam den Organisatoren unter anderem durch die aktuelle Pandemie: "Da es leider auch aufgrund von Corona zu mehr häuslicher Gewalt und Übergriffen auf Frauen und Kinder kommt", sagt Tobias Hemberger. Er ist Winzer in Rödelsee im Landkreis Kitzingen und Sprecher der "ETHOS"-Gruppe. "Wir wollen zum 'Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen' auf diese Problematik hinweisen", sagt Hemberger weiter.

    Frauenhaus verzeichnet mehr Anfragen durch Corona

    Tatsächlich macht sich die Corona-Pandemie bezüglich häuslicher Gewalt negativ bemerkbar. Das Frauenhaus des SKF in Würzburg hat insgesamt sechs Plätze. Während der Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr kamen fast keine Frauen, sagt Franziska Boes, Leiterin der Einrichtung. Grund dafür sei gewesen, dass damals viele Beratungsangebote fehlten und Frauen trotz häuslicher Gewalt in der schwierigen Situation der Corona-Pandemie ihre Familien nicht verlassen wollten.

    Inzwischen sei das jedoch anders, sagt die Leiterin. Die Einrichtung spüre die Folgen von Corona deutlich. Von August bis Oktober gab es Anfragen von 44 Frauen. Das sind doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum vor einem Jahr.

    AWO will Frauenhaus in Würzburg ausbauen

    Das zweite Frauenhaus in Würzburg ist in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Auch dort gibt es derzeit sechs Plätze. Die AWO will aber bis 2023 ausbauen: auf dann 13 Plätze, so dass es zusammen mit dem SKF künftig 19 Plätze in den beiden Frauenhäusern in Würzburg geben soll.

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