Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Winterwetter: 160 Flugausfälle, Lawinenabgang im Allgäu | BR24

© BR

Erneuter Schneefall hat Teile im Süden und Osten Bayerns lahmgelegt. Auch wenn die Schneefälle zumeist in der Nacht aufgehört haben, ist der Verkehr vor allem in Süd- und Ostbayern noch stark eingeschränkt.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Winterwetter: 160 Flugausfälle, Lawinenabgang im Allgäu

Der Winter hat Bayern wieder fest im Griff: Nach heftigen Schneefällen kommt es zu Schulausfällen, Straßensperrungen und Behinderungen im Bahn- und Flugverkehr. Zwei Gebäude stürzten unter der Schneelast zusammen. Im Ostallgäu ging eine Lawine ab.

Per Mail sharen

Schnee und Eis machen den Menschen im Süden und Osten Bayerns zu schaffen. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) sind an den Alpen örtlich bis zu 30 Zentimeter Neuschnee gefallen, im Bayerischen Wald und in der Oberpfalz bis zu 20 Zentimeter. An zahlreichen Schulen, vor allem in Niederbayern und der Oberpfalz, fällt heute der Unterricht aus.

Inzwischen entspannt sich die Wetterlage. Die Behörden warnen aber: Das Betreten der Wälder ist lebensgefährlich, weil immer wieder Bäume unter der Schneelast brechen.

Lawinenabgang nahe dem Skigebiet Alpspitzbahn

Auf einer beliebten Skitouren-Route in der Nähe des Skigebiets Alpsitzbahn ist heute kurz vor 11 Uhr im Bereich der Grathalde eine Lawine abgegangen. Ein 32-jähriger Mann aus Oy-Mittelberg wurde von einem 20 Meter breiten und 50 Meter langen Schneebrett erfasst und teilweise verschüttet. Der Bergwacht Nesselwang zufolge hat der Tourengeher vermutlich die Lawine selbst ausgelöst, als er etwas abseits der Spur mit Skiern unterwegs war. Ein unbeteiligter Skifahrer bemerkte den Vorfall und rief die Bergwacht. Als die Retter mit Hubschrauber und Lawinenhunden eintrafen, hatte sich der Mann bereits mithilfe der anderen Person unverletzt aus dem Schnee befreien können.

Weiter hohe Lawinengefahr

Für die mittleren Regionen der bayerischen Alpen (Ammergauer Alpen, Werdenfelser Alpen, Bayerische Voralpen und Chiemgauer Alpen) hat der Lawinenwarndienst Bayern am Montagmorgen die Warnstufe auf die zweithöchste (Stufe 4) angehoben. In den Allgäuer und den Berchtesgadener Alpen gilt weiter Lawinenwarnstufe 3. Bei Sonneneinstrahlung seien heute Selbstauslösungen von zum Teil auch sehr großen Lockerschnee- und Schneebrettlawinen möglich.

Gebäude wegen Schneelast eingestürzt

Am frühen Morgen stürzte im niederbayerischen Pilsting (Ortsteil Etzenhausen) ein Stall wegen der Schneelast ein. 44 Kühe konnten in einer stundenlangen Rettungsaktion in Sicherheit gebracht werden.

In Traunstein gab das Dach eines Stall-Anbaus der Chiemgauhalle nach. Menschen wurden nicht verletzt, auch die etwa 15 Kühe blieben unversehrt.

Auch in Ödwang im Ostallgäu brach wegen der großen Schneelast das Dach einer Scheune an einem ehemaligen Bauernhof ein. Verletzt wurde niemand. Weil auch ein Strommast auf die Tenne stürzte, kam es in dem Ort in der Gemeinde Osterzell zu einem Stromausfall.

© BR / Harald Mitterer

Stalldach eingestürzt: Teil der Tiere gerettet und in Scheune untergebracht

Flughafen München: 160 Annullierungen

Nach aktuellem Stand müssen heute 160 von 1140 geplanten Flügen gestrichen werden. Die meisten Absagen sind wetterbedingt beziehungsweise werden mir Umlaufproblemen erklärt: Nachdem der Flugplan gestern deutschlandweit durcheinandergeraten war, sind heute nicht alle Flugzeuge und Crews dort, wo sie jetzt eigentlich sein müssten und gebraucht würden. Einzelne Flüge fallen aber auch wegen des Streiks am Flughafen Hamburg aus. Gestern waren 350 Flüge annulliert worden.

Probleme beim Schienenverkehr

Witterungsbedingt kommt es noch auf folgenden Regionalverkehrsstrecken zu Problemen: .

Peißenberg-Schongau: Aufgrund der Witterung ist der Zugverkehr zwischen Peißenberg und Schongau unterbrochen. Es kommt zu Verspätungen und Zugausfällen. Es ist bis Betriebsende am heutigen Tag kein Zugverkehr mehr möglich. Ein Schienenersatzverkehr zwischen Peißenberg und Schongau ist eingerichtet.

Die Bahnstrecken Schliersee - Bayrischzell und Schaftlach - Lenggries sind derzeit gesperrt. Auf den gesperrten Bahnstrecken ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Bei der Bayerischen Oberlandbahn enden die Züge Richtung Bayrischzell (Landkreis Miesbach) bereits in Holzkirchen.

Zugpendelverkehr gilt auf folgenden Strecken: München-Holzkirchen, Holzkirchen-Schliersee, Holzkirchen-Schaftlach, Tegernsee-Schaftlach.

Auf den Außenbereichen der S7 Wolfratshausen ist der Verkehr unterbrochen - hier gibt es einen Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis.

Viel Schnee im Bayerischen Wald

Im Bayerischen Wald und in der Oberpfalz schneite es bis in die Nacht hinein stark. Überall in der Region lastet der Schnee schwer auf den Baumkronen. Die Polizei warnt, dass vor allem entlang von Landstraßen Bäume umstürzen können. Im Bayerischen Wald gilt für einige Straßen Schneekettenpflicht. Vereinzelt gibt es in Niederbayern und der Oberpfalz Straßensperrungen, teilweise auch im nördlichen Oberbayern. In Landshut bleiben wegen der Schneemassen heute die vier städtischen Friedhöfe geschlossen.

Wetteraussichten: Kaum noch Neuschnee

Die Wetterlage entspannt sich: Am Montagvormittag können laut DWD im Südosten Bayerns noch letzte Schneeflocken fallen. Es ist weiterhin mit Schneeglätte und Schneebruch zu rechnen. Am Nachmittag und in den nächsten Tagen ist vorerst kein Neuschnee mehr zu erwarten. Nachts bleiben die Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt.

Alle aktuellen Verkehrsnachrichten (auch zu den Schulausfällen) finden Sie hier.