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Winterbilanz der Oberpfalz: Wie schlimm war der Winter wirklich? | BR24

© picture alliance/dpa

Schneebruch / Symbolbild

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    Winterbilanz der Oberpfalz: Wie schlimm war der Winter wirklich?

    Wer an den Winter 2018/19 denkt, der verbindet damit unter anderem Schneemassen, freigeschaufelte Dächer und wegen der Schneelast zusammengebrochene Bäume. Wie schlimm war der Winter wirklich, wie lief es auf den Skipisten?

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    Der Winter 2018/19 machte vor allem mit viel nassem Schnee Schlagzeilen. Trotzdem: Grundsätzlich ein ganz normaler Winter - so die Stimmen aus der Oberpfalz.

    Forstministerium: Auffällig viele Schneebruchschäden

    Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten spricht von auffällig vielen Schneebruchschäden in Bayerns Wäldern, vor allem Anfang des Jahres. Davon seien hauptsächlich der Alpenraum, der Bayerische Wald und der Oberpfälzer Wald betroffen gewesen. Zahlen zu Schadholzmengen durch Schnee- und Sturmschäden liegen allerdings noch nicht vor. Auch eine vertretbare Schätzung der Menge sei nicht möglich, da die Schäden vor allem einzelne Bäume und kleine Gruppen betreffen.

    Tourismus: Hervorragende Skisaison

    Die Skigebiete wie Arber, St. Englmar und Mitterdorf sprechen von einer hervorragenden Wintersaison. Bereits vor Weihnachten konnten Wintersportler dort Skifahren. Es hatte viele sonnige Tage. Auch viele tschechische Tagesgäste kamen in den Bayerischen Wald. Am Arber hält der Winter sogar immer noch an. Noch bis Sonntag, 31. März laufen hier die Lifte.

    Landkreis Cham: Erhöhter Streusalz-Verbrauch

    Dem Landkreis Cham machten vor allem umgestürzte Bäume zu schaffen. Insbesondere im östlichen Landkreisgebiet mussten deshalb zwölf Straßen zum Teil über Tage gesperrt werden, um sie wieder befahrbar zu machen. Am 4. Februar fiel witterungsbedingt an allen Schulen im Landkreis der Unterricht aus. Der Streusalzverbrauch auf Kreisstraßen lag in diesem Winter mit rund 6.000 Tonnen deutlich höher als das langjährige Mittel von rund 4.600 Tonnen. Das bedeutet für den Landkreis rund 100.000 Euro Mehrkosten alleine aufgrund des Salzmehrverbrauchs, so Friedrich Schuhbauer vom Landratsamt Cham.

    Polizei Oberpfalz: Viele verkehrslenkende Einsätze

    Die Polizei hatte in diesem Winter viele Einsätze, in der sie verkehrslenkend tätig war, also Stellen absichern musste, an denen die Feuerwehr oder andere Einsatzkräfte umgestürzte Bäume entfernen mussten. Allein in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar mussten Polizei und Feuerwehr in Niederbayern und der Oberpfalz über 250 mal wegen der starken Schneefälle ausrücken. Aufgrund der Schneelast fielen Bäume auf die Straßen und sorgten für Verkehrsbehinderungen. Örtlich kam es auch zu Stromausfällen, weil Bäume auf Freileitungen fielen.

    Weniger Streusalz verbraucht als im Vorjahr

    In diesem Winter wurde weniger Streusalz auf Autobahnen, Staats- und Bundesstraßen verteilt als im Vorjahr. In der Oberpfalz wurden bis Ende Februar 2019 5.000 Tonnen Streusalz weniger verteilt als im Vorjahreszeitraum, nämlich rund 60.000 Tonnen. Die Winterdienstkosten in der Oberpfalz (Personal-, Unternehmer-, Fahrzeug-, Geräte- und Materialkosten) bis einschließlich Februar 2019 belaufen sich überschlägig auf rund acht Millionen Euro, wobei noch nicht alle Leistungen für Februar 2019 abgerechnet sind, so das Bayerische Verkehrsministerium.