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Winter in den Bergen | BR24

© BR/Vera Cornette

Obwohl es schon Mitte Mai ist, will der Winter dem Frühling in den Bergen nur sehr zaghaft weichen. Für das Wochenende warnt der Alpenverein Bergsportler vor Gefahren in den Bergen.

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Winter in den Bergen

In den Bergen in Oberbayern liegt viel mehr Schnee als sonst um diese Zeit. Am Brauneck zum Beispiel bis zu 1,70 Meter. In der Regel liegen Mitte Mai dort um die 20 Zentimeter. Wanderer sollten sich auf winterliche Verhältnisse einstellen.

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Mitte Mai - der Lawinenwarndienst hat seine Arbeit für diese Saison längst eingestellt. Der Deutsche Alpenverein aber teilt mit, dass die Lawinengefahr in den bayerischen Alpen erheblich ist. Laut DAV würden gerade über 1.500 Meter Höhe Bergsportler noch auf viel Schnee stoßen: Auf dem Gipfel des Wendelsteins liegen beispielsweise noch knapp zwei Meter Schnee. Die Lawinen-Gefahr und das Risiko einzubrechen ist dem Deutschen Alpenverein zufolge erheblich.

"Fürs Wochenende gilt: Möglichst niedrig gelegene Touren aussuchen. Vielleicht unterhalb von 1.500 Metern bleiben und eher südseitige statt nordseitige Touren machen." Thomas Bucher, Pressesprecher des DAV

Zudem sei eine Hütte als Ziel empfehlenswerter als ein Gipfel. Auch die eigene Kondition solle nicht überschätzt werden, so der DAV. Auf alle Fälle sind Wanderschuhe mit hohem Schaft und gutem Profil sowie Wanderstöcke ratsam. Und im Zweifel gelte immer: Umkehren!

Lawinenarten

Schneebrett: Ein Schneebrett ist die Lawine, die Wintersportler am häufigsten selbst auslösen. Dabei löst sich von einer Kante ein Schneebrett und rutscht mit bis zu 80 Stundenkilometern zunächst zusammenhängend hinab ins Tal. Die Abbruchkante kann mehrere Meter lang sein. Wer so ein Schneebrett auslöst, wird in der Regel von ihm mitgerissen. Die meisten Opfer verletzen sich dann massiv, weil sie mit Felsen zusammenstoßen, Hänge hinunterstürzen oder ersticken. Schneebretter können aus lockerem oder nassem Schnee bestehen.

Staublawine: Die Staublawine ist die schnellste Lawinenform. Mit bis zu 300 Stundenkilometern Geschwindigkeit stürzt sie den Hang hinab und nimmt dabei immer mehr Schnee mit. Dabei wird sie mit Luft verwirbelt und staubt wie eine gigantische Wolke auf. Sie ist zwar eher selten, aber dafür äußerst gefährlich, weil sie gewaltige Luftdruckschwankungen hervorruft. Hinter ihr entsteht ein Sog, vor ihr eine wirbelsturmartige Druckwelle, die auch Fenster zerstören kann oder ganze Hausdächer wegreißt. Bekommt man das Schnee-Luft-Gemisch in die Lunge, kann man daran schnell ersticken.

Gleitschneelawine: Bei einer Gleitschneelawine bewegt sich die Schneedecke als Ganzes den Hang entlang. Das passiert, wenn die Hangoberfläche glatt ist, also bei einer Graswiese oder einer Felsplatte. Ins Rutschen gerät die Schneedecke, wenn der unterste Teil feucht oder nass ist. So eine Lawine kann lange Zeit sehr langsam rutschen, bevor sie dann auf einmal abgeht.

Lockerschneelawine: Eine Lockerschneelawine ist die ungefährlichste Variante. Dabei wird die Lawine an einem einzigen Punkt ausgelöst und weitet sich dann nach unten hin birnenförmig aus. Sie kann ebenfalls aus lockerem oder nassem Schnee bestehen. Trockene Lockerschneelawinen lösen sich häufig nach Neuschneefällen. Nasse Lockerschneelawinen entstehen meistens bei Sonneneinstrahlung. Dabei werden die oberen Schneeschichten instabil.

© BR

Das Wetter soll am Wochenende schön werden. Dann zieht es wieder viele in die Berge. Der Deutsche Alpenverein mahnt aber zur Vorsicht. Denn die Verhältnisse sind teilweise noch recht winterlich, was so manchen Wanderer überfordern könnte.