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Dort sollen die geplanten Windräder stehen
© BR/Judith Zacher
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Dort sollen die geplanten Windräder stehen

Die "10H-Regel" in Bayern bestimmt: Ein Windrad soll zehnmal soweit weg vom nächsten Wohnhaus sein, wie es hoch ist. Ein 200 Meter hohes Windrad zum Beispiel kann nur in zwei Kilometer Entfernung gebaut werden. Damit gibt es in Bayern nicht mehr viele geeignete Flächen für Windräder. Die Gemeinde Forheim am Rande des schwäbischen Landkreises Donau-Ries hat aber eine Fläche gefunden.

Planung nach Vorschrift

Im Wald, zwei Kilometer von Forheim entfernt, sollen drei Windräder gebaut werden, genau nach Vorschrift. Dass die Gemeinden Kösingen und Schweindorf nur in knapp einem Kilometer Entfernung zu den geplanten Windrädern liegen, stört Forheims Bürgermeister Werner Thum nicht. Man halte sich ja an die Vorschriften, und in Baden-Württemberg gelte lediglich ein Mindestabstand von 750 Metern. Und diesen Abstand halte man auch ein, sagt Forheims Bürgermeister.

Gleiches Recht auch für Anwohner in Baden-Württemberg?

Die Baden-Württemberger aber wollen gleiches Recht, beziehungsweise gleichen Abstand für alle. Während die Bayern durch die Windräder auch in Form einer Gewerbesteuer profitieren würden, sollen sie die Belastungen auf sich nehmen, so denkt man dort. Und das, obwohl sie ihr "Soll" an regenerativen Energien mit über 30 Windrädern im württembergischen Umland schon lange erfüllt hätten. Das ärgert Heike Spielberger. Von ihrem Gasthof mit Pferdepension wären die neuen Windräder dann nicht mal einen Kilometer entfernt.

Zumindest Einwände sind bald möglich

Wären wir bei der Gebietsreform doch nur zu Bayern gekommen, mag sich mancher Schweindorfer jetzt denken. Denn dann würde auch für sie die "10H-Regel" gelten. Doch ganz chancenlos sind die württembergischen Nachbarn nicht. In der 10H-Regel steht nicht, dass diese nur für bayerische Gemeinden gilt. Außerdem ändert die Gemeinde Forheim wegen des geplanten Baus gerade ihren Flächennutzungsplan – im Rahmen des Verfahrens kann Bürgermeister Thomas Häfele Einwände vorbringen.

Brauchen die Schweindorfer "Hilfe von oben"?

Vielleicht kann sich das bayerische Forheim mit den Nachbarn in Baden-Württemberg noch einigen – auf gleichen Abstand für alle. Wenn nicht, dann hoffen die Schweindorfer eben auf Hilfe von oben. Ganz in der Nähe fliegt der Rote Milan. Der stattliche Raubvogel ist streng geschützt. Sollte also der Rote Milan bei den Schweindorfern nisten, dann könnte sie das vor zu großer Nähe der Windräder bewahren.