Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Windpocken-Alarm an Schule: Unterricht nur mit Impfschutz | BR24

Audio nicht mehr verfügbar

Dieses Audio konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Windpockenfälle am Gymnasium in Königsbrunn bei Augsburg. Nun reagiert das Landratsamt und sperrt alle Kinder, die nicht gegen das Virus geimpft sind, vom Unterricht aus.

14
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Windpocken-Alarm an Schule: Unterricht nur mit Impfschutz

Am Gymnasium Königsbrunn (Lkr. Augsburg) sind mehrere Kinder an Windpocken erkrankt. Nur wer einen ausreichenden Impfschutz nachweisen kann oder schon mal Windpocken hatte, darf noch am Unterricht teilnehmen.

14
Per Mail sharen
Teilen

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Augsburg hat nach Windpocken-Erkrankungen am Gymnasium Königsbrunn Eltern dazu aufgefordert, ihre Kinder impfen zu lassen. Zudem sei ein Nachweis nötig, dass sie gegen Windpocken geimpft wurden, ansonsten würden sie vom Unterricht ausgeschlossen, heißt es in einem Schreiben der Behörde, das dem Bayerischen Rundfunk vorliegt.

Frist für die Eltern

Das Schreiben vom Gesundheitsamt wurde den Schülern am Montag, 1. April, mit nach Hause gegeben, wie die Mutter eines Schülers dem BR sagte. Darin heißt es: "Sie haben hiermit die Möglichkeit, ihr Kind noch heute oder morgen impfen zu lassen. Um ihrem Kind auch weiterhin den Schulbesuch ermöglichen zu können, ist es erforderlich gegenüber der Schule am Mittwoch, den 03.04.2019, den Nachweis über eine durchgeführte Impfung zu bringen." Wer dem nicht nachkam, muss die Kinder nun bis 13.4. zuhause lassen.

Das staatliche Gesundheitsamt und das Landratsamt Augsburg waren bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Schule wollte sich nicht äußern und verwies auf das Gesundheitsamt.

Kinder müssen laut Gesundheitsamt daheim bleiben

Die meisten Eltern wussten offenbar bis zu dem Schreiben nichts von den akuten Windpocken-Erkrankungen an der Schule, wie eine Elternbeirätin dem BR sagte. Zwar habe die Schule Anfang des Jahres wegen eines Windpockenfalls den Eltern empfohlen, ihre Kinder impfen zu lassen, das sei aber eben nur eine Empfehlung gewesen. Die Elternbeirätin sagte, dass ihre Tochter keinen Impfschutz habe, da Windpocken "damals noch nicht auf dem Impfplan standen". Sie könne ihre Tochter derzeit aber nicht impfen lassen, weil die erst kürzlich eine andere Impfung erhalten habe und man deshalb sechs Wochen warten müsse.

Am Mittwoch sei sie vom Gymnasium Königsbrunn darüber informiert worden, dass ihre Tochter nun vom Unterricht ausgeschlossen sei und das Schulgebäude nicht betreten dürfe, sagte die Mutter.

Windpocken gelten als äußerst ansteckend

Windpocken sind äußerst ansteckend. Der Erreger verbleibt im Körper und kann im Erwachsenenalter die Gürtelrose auslösen. Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut die Impfung aller Kleinkinder beginnend im Alter von elf bis 14 Monaten, was zu einem starken Rückgang der Windpockenerkrankungen geführt hat. Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist komplikationslos. Infizieren sich Erwachsene, so können schwere Komplikationen wie Gehirnhautentzündung (Meningitis), Lungenentzündung oder Magen-Darm-Erkrankungen auftreten.

Ist es bereits zu einer Erkrankung gekommen, sind im häuslichen Umfeld neben der Basishygiene zumeist keine speziellen Maßnahmen notwendig. Allerdings sollten immungeschwächte sowie ungeimpfte Patienten für die mittlere Inkubationszeit von 16 Tagen keinen Kontakt zu Erkrankten haben, heißt es beim Robert-Koch-Institut.

© BR

Masern und andere Erkrankungen treten wieder häufiger auf - obwohl es wirksame Impfstoffe gibt. Hilft eine Impfpflicht?

© BR

Mangelnde Impfbereitschaft zählt für die Weltgesundheitsorganisation WHO zu den größten Gesundheitsrisiken. Was ist dran an diesem Vorwurf ? Und brauchen wir in Deutschland eine Impfpflicht?