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Windpark Wülfershausen-Wargolshausen kommt – aber abgespeckt | BR24

© BR/ Julia Dechet
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Zunächst schien der geplante Windpark im Landkreis Rhön-Grabfeld an der sogenannten 10H-Regelung zu scheitern. Nun soll zwischen Wülfershausen und Wargolshausen doch ein "abgespeckter" Windpark mit zehn Rotoren entstehen. Der Bau ist umstritten.

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Windpark Wülfershausen-Wargolshausen kommt – aber abgespeckt

Zunächst schien der geplante Windpark im Landkreis Rhön-Grabfeld an der sogenannten 10H-Regelung zu scheitern. Nun soll zwischen Wülfershausen und Wargolshausen doch ein "abgespeckter" Windpark mit zehn Rotoren entstehen. Der Bau ist umstritten.

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Von
  • Marcus Filzek
  • Julia Dechet

Kommt er nun, der Windpark zwischen Wülfershausen und Wargolshausen, oder kommt er nicht? Eigentlich schien die Entscheidung über den umstrittenen Windpark im Landkreis Rhön-Grabfeld bereits gefallen: der Bau war wegen neuer Abstandsregeln gestoppt worden. Doch nun bestätigte Wolfgang Seifert (CSU), Bürgermeister von Wülfershausen, dem BR: Auf der Anhöhe zwischen Wülfershausen und Wargolshausen kann ein Windpark mit zehn Rotoren entstehen.

Windpark schien an 10H-Regelung zu scheitern

Grund für den Baustopp war die sogenannte 10H-Regelung, wonach Windkraftanlagen einen Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden haben müssen. Das hätte der ursprünglich geplante Windpark im Landkreis Rhön-Grabfeld nicht erfüllt. Daher gibt es neue Pläne für den Windpark, wie er doch gebaut werden könnte: im Rahmen einer Windparkoptimierung soll es nur zehn statt ursprünglich 13 Windräder geben. Wülfershausens Bürgermeister begrüßt den Bau des Windparks: "Ich hatte da eine Ruine stehen. Und keiner wusste, wie's weitergeht."

Alte Fundamente müssen abgerissen werden

Zehn Fundamente waren auf dem Gebiet bereits errichtet worden, allerdings für einen anderen Windrad-Typ. Für die neuen Windräder müssen die fertigen Fundamente nun abgerissen werden. Errichtet werden nun Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von 199 Metern, einem Rotordurchmesser von 117 Metern, einer Nabenhöhe von 141 Metern und einer Nennleistung von je 2,4 Megawatt pro Anlage. Bürgermeister Seifert zufolge werden die Arbeiten am Windpark Wargolshausen-Wülfershausen direkt nach den Osterfeiertagen wieder aufgenommen.

Kritik: Fundament-Abriss "Verschwendung von Ressourcen"

Der Schweinfurter Landtagsabgeordnete Paul Knoblach (Bündnis 90/Die Grünen) freut sich ebenfalls, dass der Windpark doch noch Realität wird. "Eine wunderbare Nachricht für den Klimaschutz", sagte er. Das Wichtigste sei, dass überhaupt gebaut und alsbald grüner Strom geliefert werden könne, meinte er. Dass die schon geschaffenen Fundamente wieder raus und durch andere ersetzt werden müssen, nennt Knoblach eine "unglaubliche Verschwendung von Ressourcen".

Baugenehmigung 2014 – Baustopp 2020

Wie es aus dem Wülfershausener Rathaus heißt, hatten die Investoren ursprünglich insgesamt 13 Windkraftanlagen geplant und hierfür im November 2014 die Baugenehmigung erhalten. Damals gab es die sogenannte 10H-Regelung noch nicht. Im Herbst 2018 wurden Fundamente für die Windräder gegossen. Im Zusammenhang mit der bayerischen 10H-Regelung kam es dann aber 2020 zum Baustopp. Bislang haben die Investoren rund sechs Millionen Euro für Zufahrtswege und Fundamentarbeiten ausgegeben. Insgesamt ist eine Investition zwischen 40 und 45 Millionen Euro geplant.

Über den Bau des Windparks wurde heftig gestritten. Sowohl Befürworter als auch Gegner hatten Bürgerinitiativen gegründet.

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