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Windkraftanlagen in Eltingshausen sorgen für Diskussionen | BR24

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Zwei geplante Windkraftanlagen erhitzen derzeit die Gemüter im Oerlenbacher Ortsteil Eltingshausen (Landkreis Bad Kissingen). Bei einer Informationsveranstaltung am Montagabend hatten die Verantwortlichen Mühe, die Bedenken der Bürger auszuräumen.

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Windkraftanlagen in Eltingshausen sorgen für Diskussionen

Zwei geplante Windkraftanlagen erhitzen derzeit die Gemüter im Oerlenbacher Ortsteil Eltingshausen (Landkreis Bad Kissingen). Bei einer Informationsveranstaltung am Montagabend hatten die Verantwortlichen Mühe, die Bedenken der Bürger auszuräumen.

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Mit etwa 140 Interessierten war die Kulturscheune Eltingshausen voll besetzt. Kritik gibt es weniger an den Windrädern selbst, als am dafür vorgesehenen Standort im Wald. Da Eltingshausen vergleichsweise wenig Wald hat, fürchten viele umso mehr den Verlust wertvoller Natur- und Naherholungsflächen.

Windräder statt Wald

Knapp zwei Hektar müssten für das Vorhaben gerodet werden. Standorte in offener Landschaft, etwa auf Ackerflächen, hatten die Planer vor allem aus Artenschutzgründen verworfen. Unter anderem weil dort zum Beispiel der streng geschützte Rotmilan jagt.

© Anke Gundelach/BR-Mainfranken

In einem Waldstück sollen die beiden Windkraftanlagen stehen.

Die beiden bei Eltingshausen geplanten Anlagen wären Teil des Oerlenbacher Windparks, den die Energieallianz Bayern als Projektträger verantwortet. Die Planungen dafür hatten 2012 begonnen. Im ersten Bauabschnitt hatte die Energieallianz Bayern bereits drei Windräder im Ortsteil Rottershausen errichtet und Ende 2016 in Betrieb genommen. Im zweiten Bauabschnitt sollen nun noch die beiden Anlagen in Eltingshausen folgen.

Umweltauswirkungen nicht zu befürchten

Aus naturplanerischer Sicht spricht offenbar nichts gegen die jetzt angepeilten Standorte. Wie der Biologe Heiko Sawitzky ausführte, wurden diverse Untersuchungen und Kartierungen durchgeführt – unter anderem zu Biotoptypen, Fledermäusen, Baumhöhlen und Brutvögeln. Erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen seien demnach nicht zu befürchten.

Die technischen Planer Thomas Held und Sebastian Schirp erklärten unter anderem, dass die zulässigen Grenzwerte für Lärm und Schattenschlag eingehalten würden. Viele Gegner des Projekts ließen sich von derlei Ausführungen allerdings nicht beeindrucken und machten ihre Ablehnung deutlich. Nichtsdestotrotz wird für das Projekt nun der Genehmigungsantrag eingereicht.

Genehmigung bereits im Herbst möglich

Ulrich Geis, der Geschäftsführer der Energieallianz Bayern, rechnet mit einer Genehmigung noch in diesem Herbst. Im nächsten Jahr sollen dann die nötigen Flächen gerodet und die Windräder aufgestellt werden.

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140 Leute kamen zu einer Infoveranstaltung über die geplanten Windräder. Die Verantwortlichen hatten Mühe, Bedenken auszuräumen.

Die sogenannte "10H-Regel", nach der der Abstand eines Windrads zur nächsten Wohnbebauung mindestens das Zehnfache seiner Höhe betragen soll, muss bei diesem Windpark übrigens nicht eingehalten werden. Das ist möglich, weil die Gemeinde Oerlenbach dafür einen entsprechenden Bebauungs- und Flächennutzungsplan aufgestellt hat. Beim ersten Bauabschnitt war sie damit die erste Gemeinde in Bayern.