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An der Illach bei Wildsteig im Kreis Weilheim-Schongau berät heute eine Delegation mit der Regierung von Oberbayern über den Naturschutz. Der weitgehend unbekannte Gebirgsbach soll auch in Zukunft seltene Pflanzen- und Tierarten beherbergen.

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Wildsteig: Mehr Naturschutz für die Illach gefordert

An der Illach bei Wildsteig im Kreis Weilheim-Schongau berät heute eine Delegation mit der Regierung von Oberbayern über den Naturschutz. Der weitgehend unbekannte Gebirgsbach soll auch in Zukunft seltene Pflanzen- und Tierarten beherbergen.

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Das FFH-Gebiet an der Illach von Hausen bis Jagdberg: Eine der seltenen Arten die dort ursprünglich heimisch war ist der Huchen, der in der Illach wieder heimisch werden soll. Der Huchen ist ein bei uns relativ unbekannter Speisefisch, von dem es in Bayern kaum noch Bestände gibt. Von manchen Naturfreunden wird er als der Lachs der Donau bezeichnet. Damit dieser Fisch wieder bis in die Quellregionen des Baches vordringen kann, soll die Illach wieder ohne Hindernisse fließen können. Alte Sägewerksanlagen und kleinere Staustufen müssen dabei weichen. Das könnte helfen, damit der Huchen hier wieder laichen kann.

Fachleute diskutieren Pläne für den Naturschutz

Die Obere Naturschutzbehörde (bei der Regierung von Oberbayern) will heute mit dem Landkreis Weilheim-Schongau und dem Landwirtschaftsamt über die passenden Veränderungen in einem sogenannten FFH-Gebiet diskutieren. Das 289 Hektar große Gebiet zwischen Wildsteig und Urspring am Lech soll nach den Vorgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) und des Natura 2000-Projekts der EU gefördert werden. Grundstückseigentümer dürfen die Flächen weiter bewirtschaften. Die Umsetzung soll vorwiegend mit Mitteln der EU finanziert werden.

Schutz für Helm-Azur-Jungfer und Skabiosen-Scheckenfalter

Geschützt werden soll hier neben dem Huchen unter anderem die seltene Helm-Azurjungfer, eine Libellenart. Die Helm-Azurjungfer erreicht eine Flügelspannweite von drei bis vier Zentimetern. Die Männchen besitzen eine schwarz-blaue Zeichnung auf den Thorax- und den Hinterleibssegmenten.

Der Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas Aurinia), eine Schmetterlingsart, hat es den Naturschützern vom Amt ebenfalls angetan. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 35 bis 38 Millimetern. Sie haben dunkle Flügeloberseiten, die mit einem fast rechteckig angeordneten, aus hellen und dunkelorangen Flächen bestehenden Muster dominiert sind.

Illach lässt Wieskirche links liegen

Der 23 Kilometer lange Bach entspringt in der Nähe der Halbammer im Ammergebirge südlich von Wildsteig und mündet bei Urspring in den Lech. In einem weiten Bogen schlängelt er sich am Weiler Rudersau vorbei Richtung Westen und lässt dabei das Weltkulturerbe Wieskirche links liegen. An der Lechstaustufe bei Urspring befindet sich eine der ältesten Turbinen am Lech. Seit 1901 produziert sie Strom aus Wasserkraft. Dort mündet die Illach in den Lech.

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