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Bildrechte: BR/Christine Schlech

Corona heißt, viel Zeit alleine oder mit der Familie zu verbringen. Man muss aber nicht immer die üblichen Brettspiele spielen oder in die Glotze schauen. Einfach mal raus in den Wald! Alexandra Rinschler war im Wildniscamp bei Starnberg.

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Wildniscamp: Den heimischen Wald anders erleben

Corona heißt, viel Zeit alleine oder mit der Familie zu verbringen. Warum nicht anstatt bei Brettspielen oder vorm PC, auch einfach mal draußen. Der heimische Wald birgt spannende Möglichkeiten, selbst jetzt im Winter.

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Von
  • Christine Schlech
  • Alexandra Rinschler

Die Wildnispädagogen Tatjana Falk und ihr Mann Momme Torsten Falk bieten in den Wäldern um Starnberg in Oberbayern Erlebniskurse für Kinder und Erwachsene an, um ihnen die Natur wieder näherzubringen.

Schon vor der Pandemie lief ihre Wildnisschule "Waapiti" gut, doch in diesen Zeiten fällt ihnen besonders auf, dass sich viele Menschen noch bewusster mit ihrer direkten Umwelt auseinandersetzen möchten. Besonders jetzt, wo ein Urlaub in fernen Ländern kaum möglich ist.

"Man kann zu Hause unheimlich viel entdecken", meint Momme Torsten Falk. "Bei einem Streifzug durch unsere Wälder findet man Pflanzen und Bäume, die man essen kann und die Leute merken plötzlich, was wir alles Spannendes direkt vor der Haustür haben – sogar echte Abenteuer."

Raus aus der Komfortzone

Und genau diese Abenteuer gilt es zu entdecken. Denn raus aus der heimischen Komfortzone bedeutet auch, einen anderen und intensiveren Blick für seine Umwelt zu bekommen. Feuer machen ohne Streichholz, Kaffee kochen ohne Kaffee - dafür aus Eicheln? Das könne mit ein bisschen Übung jeder, sagt Tatjana Falk, man müsse nur wissen wie. Daher ist es den beiden ein großes Anliegen, anderen zu vermitteln, wie man draußen im Wald ohne große Hilfsmittel zurechtkommt.

Die Wildnispädagogen empfehlen deshalb folgende Dinge, die man beim Streifzug durch den Winterwald immer dabei haben sollte: ein (Taschen-) Messer, Nüsse und Trockenfrüchte als proteinreichen Proviant, Wasser, warme Schuhe mit Schnürsenkeln. Denn selbst Schnürsenkel können umfunktioniert werden, beispielsweise, um einen Feuerbogen zu basteln, mit dem man durch Reibung tatsächlich Glut für ein Lagerfeuer erzeugen kann.

"Beim Feuer machen wird es zweimal warm: Beim ersten Mal, wenn du die Glut herstellst, beim zweiten Mal, wenn das Feuer an ist", so Tatjana Falk. Aber Vorsicht: In Bayern ist wildes Zündeln verboten, man benötige immer eine befestigte Feuerstelle, um die Brandgefahr für den umliegenden Wald zu vermeiden.

Glücksgefühl Wildnis

Tatjana und Momme Torsten Falk leben mit und in der heimischen Wildnis. So oft es geht, sind sie draußen in den oberbayerischen Wäldern unterwegs und übernachten sogar im Winter in selbst gebauten Laubhütten.

Die beiden hoffen, dass ihre Liebe für die Natur viele Nachahmer findet, daher fasst es Momme Torsten Falk so zusammen: "Wenn die Leute ums selbst entfachte Feuer sitzen, sind alle glücklich und zufrieden. Wenn du einfach einen Gasherd oder einen Elektroherd anmachst, ist das so normal. Wenn man aber selbst erlebt, wie aufwendig das ist, ist die Dankbarkeit umso größer." Abenteuer kann man zu Corona-Zeiten also auch im heimischen Wald erleben, man muss sie nur suchen.

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