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Wildkatzen erobern neue Lebensräume in Nordbayern | BR24

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In unseren Wäldern haben sich wieder Wildkatzen niedergelassen. Auch in den unterfränkischen Haßbergen leben einige der sehr scheuen Tiere. Wissenschaftler wollen herausfinden, ob die Wildkatzen auch außerhalb von Wäldern heimisch werden.

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Wildkatzen erobern neue Lebensräume in Nordbayern

Die Wildkatzen fühlen sich wieder heimisch im Norden Bayerns und erobern sogar neue Reviere. Zu dieser Gewissheit kommt eine groß angelegte Untersuchung des Bund Naturschutz. Die Wiedereinbürgerung der scheuen Tiere sei gelungen.

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Von
  • Annette Bögelein
  • Norbert Steiche

In einigen Regionen in Nordbayern haben sich Wildkatzen wieder dauerhaft angesiedelt. Davon ist der Bund Naturschutz nach einer groß angelegten Untersuchung überzeugt.

Wildkatzen-Monitoring im Landkreis Haßberge

Die Haßberge gelten als der Wildkatzen-Hot-Spot in Bayern. Bisher hat man vor allem das Vorkommen in Wäldern untersucht. In einem neuen Projekt des Bayerischen Land- und Forstministeriums mit dem Landkreis soll nun herausgefunden werden, ob Wildkatzen auch im Raum außerhalb von Wäldern heimisch sind. Mit dem sogenannten Monitoring versuchen Experten zu erfahren, ob Wildkatzen auch ihren Lebensraum auf Wiesen und Felder ausweiten. In den Wäldern ziehen sie geschützt ihre Jungen auf, auf den offenen Flächen könnten sie jagen und zwischen den Wäldern wandern .

Erstmals Wildkatze im Landkreis Kitzingen

Bei der Wildkatzen-Inventur kam heraus, dass nun erstmals auch im Landkreis Kitzingen eine Wildkatze lebt. Außerdem konnte gezeigt werden, dass die einst in Bayern ausgerotteten Tiere sich allmählich ausbreiten und neue Lebensräume erobern. Für Kai Frobel vom Bund Naturschutz ist das ein Erfolg der jahrelangen Bemühungen um die Wiedereinbürgerung der Wildkatzen, die 1984 begann.

Scheuen Tiere sind in Nordbayern unterwegs

Durch die Felduntersuchungen konnte das Vorkommen der scheuen Tiere in Oberfranken um Lichtenfels, Coburg und Bamberg belegt werden, außerdem auch bei Cham in der Oberpfalz und im unterfränkischen Spessart. In Mittelfranken sind Wildkatzen im Nürnberger Land und mindestens eine Katze im Landkreis Neustadt/Aisch unterwegs.

Nachweis über Genanalyse

Für die Aktion haben Naturschützer an knapp 600 Lockstöcken in 23 Landkreisen Haarproben gesammelt. Von insgesamt 361 Proben konnten 68 eindeutig Wildkatzen zugeordnet werden. Dazu wurden die Haare auf DNA untersucht. Nur über die Genbestimmung lässt sich klären, ob die Haare von Hauskatzen oder Wildkatzen stammen. Die letzte "Wildkatzeninventur" wurde 2014 durchgeführt.

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