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Wildes Campen in den Haßbergen | BR24

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Symbolbild Wildes Campen

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    Wildes Campen in den Haßbergen

    Campingplätze sind ihnen ein Graus: echte "Wildcamper" suchen die Einsamkeit und die ruhigen Flecken in der Natur. Dabei befinden sie sich jedoch in einem rechtlichen Graubereich - ein Beispiel aus den Haßbergen.

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    Ferienzeit ist Campingzeit: Die Campingplätze entlang des Mains sind in den Monaten August und September gut gefüllt. Es gibt aber auch Menschen, die außerhalb von Campingplätzen unter freiem Himmel übernachten wollen. Das geht in Unterfranken zwar problemlos, ist aber rechtlich manchmal nicht so einfach. Gerald Günther aus Kützberg (Lkr. Schweinfurt) kann davon ein Liedchen singen.

    Campingplätze? Zu umständlich

    Gerald Günther wandert sehr gerne oder macht ausgiebige Radtouren: Nicht nur für einen Tag, sondern durchaus auch mit mehreren Übernachtungen. Hotels, Campingplätze oder Pensionen sind für ihn jedoch kein Thema.

    "Wenn ich einen Campingplatz nutzen würde, wäre ich örtlich ziemlich festgelegt. Beim Wandern zieht es mich aber dahin, wo ich Lust habe, zu laufen. Mir ist es zu umständlich, mich nach Campingplätzen zu richten. Außerdem: Wenn ich mich mitten in die Natur lege, stört das meistens niemanden." Gerald Günther, Wild-Camper

    Bevorzugt ist Gerald Günther im Sinntal oder im Steigerwald unterwegs. Sein Favorit sind aber die Haßberge: Ein absolut unterschätztes Wanderziel, sagt er. Dort hat er schon viele Nächte unter freiem Himmel verbracht, ausgestattet nur mit Schlafsack, Brotzeit und Taschenmesser.

    "Manchmal wird man ein wenig blöd angeschaut. Und einmal hat mich ein Bauer weggescheucht, weil er mich fast mit seinem Traktor überfahren hätte. Normalerweise stört sich aber kein Mensch an mir." Gerald Günther, Wild-Camper

    Rechtliche Grauzone

    Verboten ist das wilde Campen nicht - zumindest so lange sich jemand nur mit Schlafsack oder Decke in eine Wiese legt.

    "Das Schlafen im Schlafsack sehe ich nicht als Ordnungswidrigkeit. Das Aufstellen von Zelten hingegen ist nicht zugelassen." Winfried Seufert, Geschäftsführer vom Naturpark Haßberge

    Beim Wild-Campen im Zelt oder im Wohnmobil kann ein Bußgeld von bis zu 1.500 Euro fällig werden: je nachdem, wie schlimm die Schäden an der Natur sind, wie viel Müll hinterlassen wurde und wie einsichtig der wilde Camper ist. Gerald Günther kann also auch weiterhin unter freiem Himmel in den Haßbergen übernachten.

    Mit Zelt in die Haßberge

    Wer trotzdem mal mit Zelt in den Haßbergen campen will, der kann sich ans Landratsamt in Haßfurt wenden und eine Sondergenehmigung beantragen. Die wird in Einzelfällen - zum Beispiel an Jugendgruppen - schon mal ausgestellt.