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Wildcamper: Störenfriede wider Willen | BR24

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Die Aufgabe der Ranger ist nicht immer leicht im Spagat zwischen Naturschutz und Tourismus: Sie müssen Umweltsünder ermahnen und notfalls auch die Polizei einschalten. Zugleich aber wollen sie die Touristen natürlich nicht verschrecken.

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Wildcamper: Störenfriede wider Willen

Blauer Himmel und Sonnenschein - Naturschützern im Allgäu bereiten solche Schönwetter-Wochenenden mittlerweile Kopfzerbrechen. Denn das Übernachten im Landschafts- und Naturschutzgebiet wird ein zunehmendes Problem.

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An diesem Wochenende nutzen wieder viele Ausflügler das gute Wetter für einen Trip ins Allgäu. Den Naturparkrangern aber macht zurzeit eine Entwicklung Sorgen: An malerischen Flecken, zum Beispiel direkt am Berggipfel, schlagen Ausflügler ihre Zelte auf.

Aktuelle Corona-News finden Sie hier in unserem Ticker.

Viele machen in diesem Jahr Urlaub daheim

Das liegt unter anderem auch an der Corona-Pandemie. Viele, die in den vergangenen Jahren in Urlaubsländer wie Spanien und Italien gefahren sind, machen jetzt Urlaub zuhause und viele wollen eben am liebsten dort sein, wo sie die Natur genau vor der Nase haben.

Malerische Bilder fürs soziale Netzwerk

Bilder von Sonnenaufgängen am Berggipfel sind in den sozialen Netzwerken der Hit: Viele wollen das genauso malerisch erleben, die Natur quasi in der ersten Reihe genießen. Vielen ist aber nicht bewusst, dass sie damit Tiere stören. Birkhühner ziehen derzeit ihre Jungen auf, Gämsen brauchen nachts Ruhe, werden von den Wildcampern aber verschreckt. Die nächtlichen Besucher tragen Stirnlampen beim Aufstieg, machen Lärm, lassen Müll liegen.

Polizei ist unterwegs

Deswegen ist die Alpinpolizei im Moment gezielt an beliebten Übernachtungsorten unterwegs. Wer von den Beamten beim Zelten im geschützten Gebieten erwischt wird, der muss mit einer Strafe von bis zu 400 Euro rechnen. Beim Landratsamt Ostallgäu ist die Zahl der verhängten Bußgelder stark angestiegen. Im gesamten vergangenen Jahr gab es insgesamt 40 Verstöße bezüglich Wildcampen, in diesem Jahr waren es allein in der ersten Jahreshälfte schon 75.

Mit Information gegen das Wildcampen

Die Naturschützer versuchen, mit Information und Aufklärung gegenzusteuern. Die Ranger vom Naturpark Nagelfluhkette, vom Zentrum Naturerlebnis Alpin, die Gebietsbetreuer der Alpenregion – sie alle sind an Schönwetter-Wochenenden unterwegs und sprechen Wildcamper gezielt an. Manche von ihnen treffen sie bereits am Parkplatz, an den großen Rucksäcken mit Zelten und Isomatten sind sie oft recht leicht zu erkennen. Die Ranger versuchen die Wildcamper zum Umkehren zu bewegen – oft klappt das auch. Viele sind offenbar nicht informiert, wollen der Natur aber auch nicht schaden.

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