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Wiggensbach: In der Bio-Käserei pflegt ein Roboter den Käse | BR24

© BR/Katharina Reichart

Wie Käse schmeckt, hängt auch sehr davon ab, wie er gelagert und geschmiert wird. Die kontinuierliche Pflege verhindert, dass der Käse austrocknet oder schimmelt: In der Bio-Schaukäserei in Wiggensbach gibt es dafür jetzt einen Käse-Schmier-Roboter.

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Wiggensbach: In der Bio-Käserei pflegt ein Roboter den Käse

Käse muss ständig geschmiert werden: In der Bio-Schaukäserei in Wiggensbach macht das jetzt ein Roboter. Eine große Erleichterung für die Mitarbeiter, denn der Käse ist schwer und muss regelmäßig gedreht werden. Aber was heißt das für die Jobs?

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Wie Käse schmeckt, hängt von vielen Faktoren ab: Woher die Milch dafür kommt, wie er produziert wird, aber vor allem, wie er gelagert und geschmiert wird. Die kontinuierliche Pflege der Laibe verhindert, dass der Käse austrocknet oder schimmelt: In der Bio-Schaukäserei in Wiggensbach gibt es dafür jetzt „Robby“ – einen Käse-Schmier-Roboter.

Der Roboter dreht und schmiert den Käse

„Er nimmt das Brett raus und dann dreht er die Laibe um, und dann schmiert er sie mit Salzwasser, oder mit Wein, Bier oder Most und dann räumt er sie wieder zurück ins Regal.“ So beschreibt Robert Röhrle, Betriebsleiter der Wiggensbacher Bio-Schaukäserei, seinen geduldigsten Mitarbeiter: den Käsepflege-Roboter, liebevoll genannt „Robby“.

Roboter "Robby" erleichtert die Arbeit in der Käserei

„Robby“ ist etwa zwei Meter breit, fünf Meter hoch und hat etwas von einem Gabelstapler. In immer gleicher Routine schmiert er 500 Käse-Laibe pro Stunde: „Er bringt uns ne große Arbeitserleichterung, weil des Schmieren von Hand war ein ziemlicher Knochenjob, weil ein Brett mit vier Käse wiegt ungefähr 20 Kilo - und ja da hat man schon so 20 Tonnen bewegt pro Tag, per Hand“, so Betriebsleiter Robert Röhrle

Niemand verliert seinen Arbeitsplatz wegen des Roboters

Für „Robby“ musste kein einziger Mitarbeiter gehen. Um die ansteigende Produktionsmenge zu schaffen, hätten sechs weitere Beschäftigte eingestellt werden können, allerdings hätten die einen sehr harten Job bekommen.

Romantik? Nicht in der Wiggensbacher Bio-Käserei

Im neuen, 10 Grad kühlen Ziegelkeller ist Platz für 30.000 Laib Käse, die alle regelmäßig gepflegt werden müssen. Von Allgäuer Käse-Romantik ist hier keine Spur mehr, sagt Robert Röhrle: „Auf'm Alpbetrieb, was ich auch schon gemacht habe, da machst du in der Früh deinen Käse und am Nachmittag schmierst nochmal ein bisschen - dann ist das eine wunderschöne Arbeit, aber wenn du einfach den ganzen Keller voll hast, dann ist es zu anstrengend auf Dauer.“

Arbeitsplätze in der Käse-Branche "werden nicht weniger"

Käsepflege-Roboter kommen für immer mehr und vor allem auch kleinere Molkereien in Frage, weiß Clemens Rück vom Milchwirtschaftlichen Verein Allgäu. Angst, dass die Käseproduktion bald nur noch die Maschine macht, hat er aber nicht: „Die Arbeitsplätze werden nicht weniger, sondern die entlasten die Mitarbeiter in der Molkerei, und wir sind auch nicht mehr in den Molkereien so mit Mitarbeitern gesegnet, auch wenn die Ausbildungszahlen wieder steigen, aber sie übernehmen die schwere Arbeit und schonen die Mitarbeiter, die sich dann der Pflege des Käses widmen können.“

Ein Roboter kann den Käse gleichmäßiger schmieren als Menschen

Die Qualität des Käses kann durch den Roboter sogar verbessert werden, erklärt Lebensmitteltechnologin Sonja Schratt: „Wir haben die Möglichkeit den Käse regelmäßiger und im gleichen Rhythmus zu schmieren - eine Maschine macht das konstanter und immer gleich.“

Der Roboter macht aber auch Arbeit

Kleinere Chargen müssen die Fachleute allerdings nach wie vor selbst bearbeiten. Außerdem müssen sie die maschinell geschmierten Laibe kontrollieren und den Roboter programmieren. „Robby“ arbeitet strikt nach Anweisung.

"Was er natürlich nicht kann, ist das Gespür für den Käse zu haben, was er machen soll. Also mit wie viel Wasser er schmieren soll, wie lang er schmieren soll, ob er überhaupt schmieren soll, und da bin ich auch noch sehr froh, dass das auf Menschenseite bleibt – denn die Maschine ist einfach Mittel zum Zweck und nix anderes." Robert Röhrle, Betriebsleiter der Bio-Schaukäserei in Wiggensbach