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Wieviele Pisten braucht der Münchner Flughafen? | BR24

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Wieviele Pisten braucht der Münchner Flughafen?

Der Münchner Flughafen soll um eine dritte Startbahn erweitert werden – ein umstrittenes Vorhaben. Das Aktionsbündnis „aufgeMUCkt“ protestiert heute während des Festakts zum 25-jährigen Bestehen des Flughafens gegen den Ausbau. Von Birgit Grundner

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Politischer Frühschoppen in Berglern östlich des Flughafens. Das Thema: die dritte Startbahn, der Nebenraum im Sportheim ist voll.

"Ich glaube, dass der Bürger immer kritischer wird, und einfach dieses Wahnsinnsprojekt nicht will. ... Weil die Region das nicht braucht. Wir sind satt an Arbeitsplätzen, und der Bürger hat auch ein großes Interesse, dass die Heimat und die Natur noch bewahrt werden. ...Die Stimmung ist abwartend ängstlich, aber hoffnungsvoll, dass die Bürgerinnen und Bürger und der Stadtrat in München zu ihrem Wort stehen und des Vorhaben verhindern." Stimmen vom Politischen Frühschoppen in der Flughafenanliegergemeinde

Dass die Münchner 2012 „Nein“ gesagt und den Flughafenausbau erst einmal unmöglich gemacht haben – dafür ist ihnen Herbert Knur noch heute dankbar. Und der frühere Bürgermeister von Berglern betont: Für seine Gemeinde geht es nicht nur um die Frage, ob es noch lauter oder die Luft schmutziger wird, es geht auch darum, ob überhaupt noch irgend eine Zukunftsplanung möglich ist.

Kerkloh wirbt unermüdlich für dritte Startbahn

Auch Flughafen-Chef Michael Kerkloh spricht von Zukunftsplanung. Keine Gelegenheit, bei der er nicht auf die Bedeutung der dritten Startbahn für das Drehkreuz des Südens und die bayerische Wirtschaft hinweist: "Unter der Voraussetzung, dass wir die Kapazitäten des Flughafens in den kommenden Jahren bedarfsgerecht erweitern können, lässt sich die Erfolgsgeschichte unseres Flughafens in den kommenden Jahrzehnten zweifellos fortsetzen."

Vor mehr als drei Jahren ist der Startbahnprozess mit einer Niederlage der Gegner zu Ende gegangen. Gebaut werden kann wegen des Bürgerentscheids trotzdem nicht. Somit steht fest: Entscheiden muss letztlich die Politik. Vor eineinhalb Jahren dachten die Startbahngegner, sie hätten Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf ihrer Seite. Der hatte bei einem Besuch in Attaching gesagt, dass die Zahl der Flugbewegungen keine dritte Startbahn erforderlich machten.

Dann, am 29. September 2016 die Kehrtwende; Seehofer in einer Regierungserklärung: "Die Zahl der Flugbewegungen steigt und soll sich fortsetzen. Wir sehen deshalb den Zeitpunkt für gekommen, jetzt in eine Debatte einzutreten über einen Weg für eine Entscheidung für den Bau der dritten Startbahn."

Diesmal jubelte die CSU. Bald war von einem möglichen neuen Münchner Bürgerentscheid die Rede - oder von einem Ratsbegehren. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) teilte dagegen mit: Eine neue Abstimmung könne er sich nur vorstellen, wenn es über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Starts und Landungen gäbe. Grünen-Politiker Christian Magerl, Vorsitzender des Umweltausschusses im Landtag, verfolgt es gelassen. Das heiße Thema Startbahn, ist der Freisinger überzeugt, mag derzeit niemand anpacken, und das wird nach der Bundestagswahl nicht anders sein.